Preisgekrönter US-Publizist Charles Krauthammer ist tot

"Ein intellektueller Gigant", "eine nationale Größe": Charles Krauthammer galt als einer der profiliertesten und einflussreichsten konservativen Publizisten der USA. Nun ist er im Alter von 68 Jahren gestorben.

Krauthammer bei einer TV-Aufzeichnung
REUTERS/Fox News

Krauthammer bei einer TV-Aufzeichnung


Der US-Publizist Charles Krauthammer ist tot. Er starb im Alter von 68 Jahren. Das bestätigte sein Sohn Daniel in der Nacht zu Freitag mehreren US-Medien. Als Todesursache nannte er demnach eine Krebserkrankung.

Krauthammer war einer der profiliertesten und einflussreichsten konservativen Publizisten und Kolumnisten der USA. Er wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, darunter 1987 mit dem Pulitzerpreis. Krauthammer veröffentlichte in zahlreichen Medien und war auch im Fernsehen sehr präsent.

Für die "Washington Post" schrieb Krauthammer eine wöchentliche Kolumne, die Zeitung nannte ihn nun "einen der renommiertesten Kommentatoren seiner Generation". Krauthammer arbeitete auch für den TV-Sender Fox News. Sein ehemaliger Arbeitskollege Bret Baier verabschiedete sich via Twitter von seinem "guten Freund". Krauthammer werde sicher auch im Himmel Diskussionen anführen, schrieb Baier. "Und wir werden sicherstellen, dass deine weisen Worte und Gedanken - dein Vermächtnis - hier weiterleben."

Die Moderatorin Megyn Kelly nannte ihn eine "nationale Größe". Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, schrieb bei Twitter von einem "Verlust von Weisheit und Talent". US-Vizepräsident Mike Pence twitterte, man werde sich noch sehr lange an Krauthammer erinnern, für seine Eloquenz und seine zahlreichen Beiträge zur politischen Debatte in den USA. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush erklärte, er und seine Frau Laura seien zutiefst betrübt über den Verlust "eines intellektuellen Giganten". Krauthammers Worte hätten die Demokratie jahrzehntelang gestärkt.

Krauthammer warb für eine streng neokonservative Außenpolitik der USA und rechtfertigte beispielsweise die Invasion des Iraks durch die USA im Jahr 2003. Er hatte sich unter Verweis auf seine tödliche Krankheit am 8. Juni in einer viel beachteten Notiz von der Öffentlichkeit verabschiedet.

"Ich scheide ohne Bedauern aus diesem Leben. Es war ein großartiges Leben", schrieb er darin. Er sei zwar traurig, "aber ich gehe mit dem Wissen, dass ich das Leben gelebt habe, das ich wollte".

aar/dpa



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