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"New York Times": Chefredakteur verteidigt Haltung zu "Charlie Hebdo"-Karikaturen

In Zeitungen überall auf der Welt wurden sie abgedruckt - nur die "New York Times" zeigte die Karikaturen der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" nicht. Im SPIEGEL rechtfertigt Chefredakteur Dean Baquet die Entscheidung.

"Diese Art von Humor ist eine unnötige Beleidigung", sagte Dean Baquet im Interview mit dem SPIEGEL. Der Humor erfülle "nicht die Standards der ,Times'". Ein großer Teil der Leser seien "Menschen, die sich durch Satire über den Propheten Mohammed beleidigt fühlen würden", so Baquet. "Dieser Leser, um den ich mich kümmere, ist kein IS-Anhänger, sondern lebt in Brooklyn, hat Familie und ist strenggläubig. Wenn wir diese Leser vergessen, machen wir einen großen Fehler."

Baquet weiter: "Wirklichen Mut beweisen Nachrichtenorganisationen dort, wo es darum geht, zu berichten. Sei es, Reporter zu haben, die über den IS recherchieren, nach Bagdad reisen oder über den Afghanistan-Krieg berichten."

Baquet äußerte sich in dem Gespräch zudem selbstkritisch zu neuen digitalen Konkurrenten wie "BuzzFeed" und anderen: "Wir waren arrogant, um ehrlich zu sein. Wir haben auf unsere neuen Konkurrenten herabgeblickt", sagte Baquet. Thema des Gesprächs war auch die Entscheidung des Whistleblowers Edward Snowden, seine Enthüllungen über die NSA nicht in der "New York Times" zu veröffentlichen. Das habe ihm "sehr, sehr, sehr wehgetan", so Baquet.

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1. Soweit hat es die antiislamische Hysterie schon gebracht:
harald_maier 24.01.2015
Jetzt muß man sich schon vor einem medialen "Standgericht" dafür rechtfertigen, wenn man KEINE "Mohammed-Karikaturen" abdruckt! Hallo?? Da wird die "Meinungs- und Pressefreiheit" als Rechtfertigung noch der plumpesten Beleidigung von Moslems herangezogen, aber daß es ebenfalls zur Meinungsfreiheit gehört, NICHT jede Provokation nachzudrucken/mitzumachen, wird ignoriert??
2.
der_durden 24.01.2015
Es geht darum, dass man frei berichtet. Wenn man über Charlie Hebdos aktuelle Zeitschrift berichtet, gehören nunmal die Abbildungen dazu. Es ist doch absurd, wenn Zeitungen Ihre Berichte nach dem ausrichten, was einzelne verletzen könnte. Wenn die NYT keine Karikaturen zum Selbstzweck druckt, mag das zu verstehen sein, im Rahmen einer Berichterstattung finde ich das inakzeptabel.
3. Haben die nichts verstanden?
palmereldritch 24.01.2015
Es geht überhaupt nicht darum, was in diesen Cartoons vorkam oder ob da der Humor stimmt oder jemand beleidigt wird. Es geht darum, dass Menschen aufgrund von Cartoons(!) erschossen wurden. Die gesamte Weltpresse hätte sofort am nächsten Tag die Karikaturen drucken müssen, um die Presse- und Redefreiheit zu demonstrieren. Einfach mal hier die ersten 14 Minuten hören und versuchen ehrliche Argumente dagegen zu finden.http://www.samharris.org/blog/item/after-charlie-hebdo-and-other-thoughts Niemandes Ideen sind heilig. Erst recht nicht, wenn diese absolut unbelegt sind, die Menschheit spalten und damit unser Zusammenleben gefährden. Ich darf auch über jeden lachen, der denkt, Elvis sei am Leben oder Niedersachsen 1 qm groß. Spiritualität, Moral, Hoffnung und selbstlose Liebe gehören zu den wichtigsten Dingen im Leben, sind allerdings völlig unabhängig von abstrusen Vorstellungen über unser Universum.
4. Recht zur Verletzung
Zaphod 24.01.2015
Es gehört zu den Grundwerten der westlichen Zivilisation, auf die wir ja so stolz angeblich sind, dass anderen Menschen nicht unnötig Schaden oder Leid zugefügt werden soll. Daher ist es vollkommen richtig, die Gefühle anderer Menschen nicht zu verletzten. Es besteht daher kein Grund, die Karrikaturen abzudrucken, wenn dadurch weite Teile der Leserschaft empört wären. Derzeit scheint es zur Pflicht zu werden, den Islam lächerlich zu machen. Was das mit Meinungsfreiheit zu tun hat, ist unklar. Jeder Zeitung kann die Karrikaturen abdrucken, muss es aber nicht.
5. finden Sie!
panzerknacker51 24.01.2015
Zitat von der_durdenEs geht darum, dass man frei berichtet. Wenn man über Charlie Hebdos aktuelle Zeitschrift berichtet, gehören nunmal die Abbildungen dazu. Es ist doch absurd, wenn Zeitungen Ihre Berichte nach dem ausrichten, was einzelne verletzen könnte. Wenn die NYT keine Karikaturen zum Selbstzweck druckt, mag das zu verstehen sein, im Rahmen einer Berichterstattung finde ich das inakzeptabel.
findeichnicht
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