Ideologie: Chinas KP zwingt Journalisten in Marxismus-Kurse

Journalisten in China: Einfach nur "sprachlos" Zur Großansicht
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Journalisten in China: Einfach nur "sprachlos"

Redakteure und Reporter in China müssen künftig wieder die Schulbank drücken - und an staatlich verordneten Marxismus-Kursen teilnehmen. So sollen die Medien der Volksrepublik weiter auf Parteilinie getrimmt werden.

Peking - Ideologiekurse sind an chinesischen Universitäten schon längst Pflicht. Jetzt sollen auch die Journalisten der Volksrepublik mit der Methode noch stärker auf den politischen Kurs der Partei gebracht werden. Alle 307.000 Reporter, Redakteure und Beschäftigte in der Medienproduktion des Landes müssten an den mehrtägigen Kursen teilnehmen, meldet sowohl das Parteiorgan "Volkszeitung" als auch die in Hongkong ansässige "South China Morning Post".

Die Qualität der Berichterstattung über politische Themen schwanke bei chinesischen Medien, deshalb müssten sich Journalisten stärker auf Kernwerte besinnen, heißt es in der "Volkszeitung" zur Begründung. "Das Internet ist zum hauptsächlichen Schlachtfeld um die öffentliche Meinung geworden", wird ein anonymer Programmverantwortlicher von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zitiert. Journalismus und Propaganda trügen eine hohe Verantwortung.

In den vergangenen Wochen hatte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping immer wieder die Werte von Mao Tsetung beschworen. Das Land müsse von den Ideen des "Großen Führers" und anderer Ideologien lernen. Das rote China werde niemals seine Farbe ändern, zitierte ihn Xinhua. Den 80 Millionen Parteimitgliedern verordnete er eine "porentiefe Reinigung" vor dem wichtigen Plenum des Zentralkomitees im November.

Gleichzeitig gingen Chinas Sicherheitsbehörden mit Härte gegen Blogger vor: Die Pekinger Polizei nahm am Wochenende den chinesisch-amerikanischen Milliardär Charles Xue fest. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press zufolge wird ihm der Besuch einer Prostituierten vorgeworfen. Er hatte sich zuvor über das größte soziale Netzwerk in China, Sina Weibo, kritisch zu Themen wie Umweltverschmutzung, Lebensmittelsicherheit und Kinderarmut geäußert.

Auch der Journalist Liu Hu wurde nach Medienangaben vor wenigen Tagen unter Polizeiarrest gestellt. Liu, der in der Industriestadt Guangzhou für den "New Express" arbeitet, wird vorgeworfen, er habe sich Gerüchte ausgedacht und diese verbreitet. Bei seiner Verhaftung sollen auch zwei Computer sowie verschiedene Bankkarten beschlagnahmt worden sein. Liu hatte zuvor Korruptionsvorwürfe gegen Beamte erhoben und einem hochrangigen Beamten Fahrlässigkeit vorgeworfen.

Die Journalisten hätten teilnahmslos auf die Ankündigung der Kurspflicht durch Xinhua reagiert, schreibt die "South China Morning Post" weiter. "Ich studiere den Marxismus schon seit so vielen Jahren, und je mehr ich das tue, umso weniger verstehe ich ihn", sagte ein Journalist aus Peking dem Blatt. Per Sina Weibo kommentierte ein investigativer Reporter von "Southern Weekly" hingegen: "Sprachlos".

vks/dpa

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1. Richtig !
juergw. 28.08.2013
Zitat von sysopRedakteure und Reporter in China müssen künftig wieder die Schulbank drücken - und an staatlich verordneten Marxismus-Kursen teilnehmen. So sollen die Medien der Volksrepublik weiter auf Parteilinie getrimmt werden. Chinesische Journalisten müssen an Marxismus-Kursen teilnehmen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/chinesische-journalisten-muessen-an-marxismus-kursen-teilnehmen-a-919071.html)
Redakteure und Reporter sollten auch in den USA ein Praktikum bei FOX NEWS absolvieren.Dann lernen Sie endlich ,was eine demokratische offende und neutrale Sendeanstalt ist-immer der Wahrheit verflichtet.
2.
frunabulax 28.08.2013
Wozu denn das? Kommunistisch ist doch nur der Name der Partei ansonsten herrscht eine normale Diktatur mit Raubtierkapitalismus. Da wäre eine Marxismus-Schulung doch eher kontraproduktiv.
3. Kein Wunder.
keinuntertan 28.08.2013
Zitat: ""Ich studiere den Marxismus schon seit so vielen Jahren, und je mehr ich das tue, umso weniger verstehe ich ihn", sagte ein Journalist aus Peking." Kein Wunder. Die chinesische Politik hat mit Marxismus nichts zu tun. Vielmehr mit einer staatlichen kontrollierten Marktwirtschaft.
4. Man stelle sich vor ...
Worldwatch 28.08.2013
... sie muessten zur Schulung des Mao- und Stalin_ismus! Anders gesagt, man zieht deutsche Denk- wie Philosophiewertarbeit doch vor.
5. Achtung! Achtung!
Lukes 28.08.2013
Zitat von juergw.Redakteure und Reporter sollten auch in den USA ein Praktikum bei FOX NEWS absolvieren.Dann lernen Sie endlich ,was eine demokratische offende und neutrale Sendeanstalt ist-immer der Wahrheit verflichtet.
Da das wohl einige nicht verstehen werden, Achtung Sarkasmus!
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