Christos Mega-Projekt Mastaba: 400.000 Ölfässer in den Sand

Größer als die Pyramiden - und teurer als jedes Kunstwerk der Welt: In der Wüste von Abu Dhabi will Verpackungskünstler Christo eine riesige Skulptur aus Ölfässern bauen. Die sogenannte Mastaba war schon lange geplant, doch nun scheinen der genaue Ort und die Finanzierung festzustehen.

Mega-Projekt Mastaba: Die Wüste baut Fotos
1979 Christo/ Foto: Wolfgang Volz

Die Projekte von Verpackungskünstler Christo waren schon immer megaloman. Zusammen mit seiner 2009 verstorbenen Ehefrau Jeanne-Claude hat er den Berliner Reichstag verpackt, elf Inseln vor der Küste von Miami eingehüllt und im New Yorker Central Park über 7500 Tore aus leuchtend orangefarbenen Stoff aufgestellt. Doch Christos neuester Plan sprengt selbst die eigenen Maßstäbe: Die permanente Skulptur Mastaba in der Wüste von Abu Dhabi soll größer als die Pyramiden von Gizeh werden, aus über 400.000 bemalten Ölfässern bestehen - und mit Kosten von schätzungsweise 340 Millionen US-Dollar das teuerste Kunstwerk der Welt werden. Nicht von ungefähr wird die Mastaba denn auch als "das achte Weltwunder" beworben.

Dass Christo ein solches Mega-Projekt plant, ist schon länger bekannt. Über Details hatte sich der bulgarischstämmige US-Amerikaner aber bislang ausgeschwiegen. Jetzt hat er in der britischen Sonntagszeitung "The Observer" - parallel zur Veröffentlichung eines Bildbandes im Taschen-Verlag - zumindest eine Hand voll von Neuigkeiten bekannt gegeben. Unter anderem bestätigte er, dass eine Anlage nahe der Oase Liwa genehmigt worden sei. Damit würde die Mastaba - benannt nach altägyptischen Steinbänken, die in der Frühzeit als Königsgräber dienten - rund 160 Kilometer von Abu Dhabi City entfernt sein.

Die geplante Baustelle für die Mastaba in der Wüste von Al-Gharbia Zur Großansicht

Die geplante Baustelle für die Mastaba in der Wüste von Al-Gharbia

Zur Finanzierung äußerte sich Christo nur vage. Das Projekt werde "unabhängig" finanziert durch Verkäufe anderer Kunstwerke von ihm und durch "verschiedene Investoren". Ähnlich zurückhaltend beschrieb er die Zusammenarbeit mit der königlichen Familie von Abu Dhabi. Er arbeite mit Scheich Hamdan bin Zayed al-Nahyan zusammen, dem Vertreter des Kronprinzen. Zunächst habe er die königliche Familie von seinen Wüstenplänen überzeugen müssen. "Jetzt sind sie aber davon begeistert, das Projekt umzusetzen", sagte Christo dem "Observer". Ob sie ebenfalls zu den Investoren gehören, ließ er offen. "Wir können dazu nichts sagen. Ihnen gehört das Land."

Konkreter wurde er, was die Entstehungsgeschichte der Mastaba betrifft. Schon vor über 30 Jahren habe er zusammen mit Jeanne-Claude erste Pläne entworfen - als Beleg dafür sind auf der Website des Künstlerpaares Skizzen aus dem Jahr 1977 zu sehen. Wegen den Krieges zwischen Iran und Irak, der von 1980 bis 1988 andauerte, hätten sie das Projekt aber nicht weiter vorangetrieben. Eine politische Botschaft will Christo trotz der Verwendung von symbolisch aufgeladenen Ölfässern nicht mit der Mastaba verbunden sehen: "Wir machen nur Arbeiten aus Freude und Schönheit."

Wann die Mastaba fertig werden soll, steht noch nicht fest. Christo selbst veranschlagt Bauarbeiten von rund 30 Monaten. Neben der Mastaba soll zudem ein "Kunst-Campus" entstehen, auf dem eine das Projekt begleitende Ausstellung zu sehen sein soll. Für die erwarteten Touristenströme sollen außerdem ein noch zu bauendes Luxushotel und Restaurant bereit stehen. Die von Christo erhofften Besucherzahlen sind nämlich so megaloman wie das Projekt selbst: Ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten geht von bis zu zwei Millionen Besuchern pro Jahr aus.

hpi

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insgesamt 103 Beiträge
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1. Wenn er die Geldgeber dafür hat...
sappelkopp 25.11.2012
Zitat von sysop1979 Christo/ Foto: Wolfgang VolzGrößer als die Pyramiden - und teurer als jedes Kunstwerk der Welt: In der Wüste von Abu Dhabi will Verpackungskünstler Christo eine riesige Skulptur aus Ölfässern bauen. Die sogenannte Mastaba war schon lange geplant, doch nun scheinen der genaue Ort und die Finanzierung festzustehen. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/christo-plant-mega-projekt-mastaba-in-abu-dhabi-a-869167.html
...soll er es machen. Ich erinnere mich noch gut, wie der Reichstag eingepackt wurde, das einfach ein "geiler Sommer" in Berlin.
2. optional
denkpanzer 25.11.2012
Leere Ölfässer im Ölland, welches bald kein Öl mehr haben wird. Christo wird politisch. Und die Ölscheichs machen mit solange es Geld zu verdienen gibt. Das erinnert an Beuys.
3.
Trottel08/15 25.11.2012
Zitat von sappelkopp...soll er es machen. Ich erinnere mich noch gut, wie der Reichstag eingepackt wurde, das einfach ein "geiler Sommer" in Berlin.
Wenn ers finanzieren kann , und die Fässer eh in der Region sind , hat er meinen Segen ^^
4. Hajj für nicht-Moslems
murmel57 25.11.2012
Lass mich raten, Etihad, Emirates und Quatar will die Besucher dahin bringen, Jumeirah, Rotana, Habtoor & Co. galuben ihre Belegungszahlen damit zu verbessern und es wird einen Boom ohnegleichen geben. Denn Kunstliebhaber sind überdurchschnittliche Kunden, mit volleren Brieftaschen als der Pauschaltourist. Und das nur wegen einem großen Haufen Stahlfässern...
5.
neu_ab 25.11.2012
Interessant, was der da bauen will. Hilft ihm denn wenigstens jemand beim Ölfässerstapeln?
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