Schwabinger Kunstfund Neue Werke in der Gurlitt-Wohnung

Eine Skulptur könnte von Edgar Degas sein, eine weitere von Auguste Rodin: Beamte haben in der Wohnung des verstorbenen Kunsterben Cornelius Gurlitt weitere Werke gefunden, deren Herkunft jetzt geprüft wird.

Wohnhaus Gurlitts (Archiv): Ein Bild und mehrere Skulpturen
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Wohnhaus Gurlitts (Archiv): Ein Bild und mehrere Skulpturen


München/ Hamburg - In der Wohnung des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind neue Kunstwerke gefunden worden. Beamte, die mit der Sicherung des Nachlasses betraut sind, haben ein Bild und mehrere Skulpturen entdeckt, wie die Taskforce "Schwabinger Kunstfund" am Donnerstag mitteilte.

Eine Skulptur könnte von Edgar Degas stammen, eine weitere von Auguste Rodin. Experten nehmen gerade eine Bestandsaufnahme vor, von der sie sich genauere Erkenntnisse über die Kunstwerke erhoffen.

Bei dem Bild und den Skulpturen handelt es sich um Kunstwerke, die zunächst nicht von der Staatsanwaltschaft Augsburg beschlagnahmt worden waren. Nach der Entdeckung wurden sie dem Amtsgericht München übergeben. Vor wenigen Tagen gingen die Werke dann an die Taskforce, wie Matthias Henkel, der Sprecher der Taskforce, SPIEGEL ONLINE mitteilte.

Die Expertengruppe soll die Kunstwerke nun auf "etwaigen NS-verfolgungsbedingten Entzug überprüfen", heißt es in der Mitteilung der Taskforce weiter.

Cornelius Gurlitt war der Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, der nach 1933 Geschäfte mit den Nationalsozialisten gemacht und seinem Sohn eine spektakuläre Sammlung von Kunstwerken vermacht hatte. Im Februar 2012 war diese in der hundert Quadratmeter großen Schwabinger Wohnung von Cornelius Gurlitt gefunden und beschlagnahmt worden. Unter den rund 1300 Werken waren auch Bilder von Marc Chagall, Max Beckmann, Franz Marc, Pablo Picasso und Henri Matisse.

Die Leiterin der Taskforce, Ingeborg Berggreen-Merkel, sagte, die Gruppe wolle dem Vertrauen, das ihr entgegengebracht werde, "im Interesse der Opfer des NS-Kunstraubes sowie der Erben von Cornelius Gurlitt durch weiterhin sorgfältige Recherchearbeiten und eine transparente Darstellung des neuen Fundes gerecht werden."

Cornelius Gurlitt war am 6. Mai gestorben. In seinem Testament verfügte er, seine Sammlung solle im Kunstmuseum Bern verbleiben. Später wurde bekannt, dass es noch ein zweites Testament von Gurlitt gibt, das das andere ergänzt. Das Kunstmuseum Bern reagierte überrascht auf das Testament und wollte prüfen, ob es das Erbe antreten will.

kha

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
20099 24.07.2014
1.
Da wird sich das Schweizer Museum ja freuen! So wie dem alten Herren mitgespielt wurde ist es kein Wunder das er seinen Besitz komplett ins Ausland vererbt hat!
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