Streit über Testament Gurlitt-Verwandte unterstützen Entscheidung für die Schweiz

In der Auseinandersetzung über das Gurlitt-Testament haben sich fünf Verwandte zu Wort gemeldet. Sie begrüßen den Wunsch des Sammlers, sein Erbe in die Schweiz zu geben - und stellen sich damit gegen Großcousin Ekkehart Gurlitt.

Kunstmuseum Bern: "Alleiniger Erbe seiner wertvollen Sammlung"
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Kunstmuseum Bern: "Alleiniger Erbe seiner wertvollen Sammlung"


Endingen/ Hamburg - Im Streit über das Erbe von Cornelius Gurlitt haben sich fünf Verwandte gegen den Großcousin des verstorbenen Kunsterben, Ekkehart Gurlitt, ausgesprochen. Sie unterstützen den letzten Willen von Cornelius Gurlitt, gemäß dessen das Erbe an das Kunstmuseum Bern gehen soll.

Ekkehart Gurlitt hatte zuvor der Zeitschrift "Bunte" gesagt, er würde die Kunstwerke gern in Bayern sehen. Dem Museum gehe es in erster Linie um den finanziellen Aspekt, nicht um eine Verantwortung im Hinblick auf Nazi-Raubkunst.

In einer Stellungnahme haben die Verwandten nun klar Position bezogen: "Wir begrüßen vollumfänglich das Testament von Cornelius Gurlitt, das das Berner Kunstmuseum zum alleinigen Erben seiner wertvollen Sammlung macht, und unterstützen dies ausdrücklich." Das Schreiben ist unterzeichnet von Gurlitts Cousin Dietrich Gurlitt und seiner Cousine Uta Werner, geborene Gurlitt, sowie von Großcousin Christoph Gurlitt, Großcousine Anne-Cläre Gurlitt und dem Schwager Klaus Fräßle.

Cornelius Gurlitt war am 6. Mai gestorben. In seinem Testament verfügte er den Verbleib der Sammlung im Ausland. Später wurde bekannt, dass es noch ein zweites Testament von Gurlitt gibt, das das andere ergänzt.

Das Kunstmuseum Bern reagierte überrascht auf das Testament und will prüfen, ob es das Erbe antreten will. Die fünf Verwandten würden dies begrüßen. In dem Schreiben heißt es: "Wir hoffen in diesem Zusammenhang, dass das Berner Kunstmuseum das Erbe antreten wird. Wir wollen und werden dazu beitragen, dass der letzte Wille des Verstorbenen ungehindert umgesetzt wird."

kha

insgesamt 11 Beiträge
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djcl67 23.05.2014
1. Gratuliere!
Eine gute Entscheidung! Es wäre eine Schande wenn die Kunstschätze dem Bundesland mit der am meisten praktizierten Willkür und Unrecht - Bayern zufallen würden. Mit dort üblicher Justiz- und Beamtenwillkür wurde Herr Gurlitt dort vor seinem Tode zu Urecht kriminalisiert, entwürdigt und entrechtet ('Betreuung' - ein dort übliches Verfahren - siehe Mollat...)
heinz.erath 23.05.2014
2. heidiundheinz
genauso sehe ich das auch
r.muck 23.05.2014
3. Bayern
Bayern wäre der denkbar schlechteste Ort für Gurlitts Sammlung. In Bayern wurde er von der Skandal-Staatsanwaltschaft Augsburg ohne jeden Grund kriminalisiert, sein Eigentum ohne Rechtsgrund beschlagnahmt und wie üblich bei der StA Augsburg, mit ihren mediengeilen Staatsanwälten, sickerte natürlich das Wichtigste an die Presse durch und Gurlitts Persönlichkeitsrechte wurden auf das Gröbste verletzt.
horst hanson 23.05.2014
4. Nicht nach Bayern !
Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, würden die Bilder nach Bayern gehen. Zuerst zu Unrecht beschlagtnahmt, dann eine Vereinbarung druch den richterlich bestellten Betreuer und dann verscherbelet duch den Bayrischen Staat. Nein, das wäre wirklich skandalös ! Ich beglückwünsche Bern.
horst hanson 23.05.2014
5. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Danke !
Zitat von r.muckBayern wäre der denkbar schlechteste Ort für Gurlitts Sammlung. In Bayern wurde er von der Skandal-Staatsanwaltschaft Augsburg ohne jeden Grund kriminalisiert, sein Eigentum ohne Rechtsgrund beschlagnahmt und wie üblich bei der StA Augsburg, mit ihren mediengeilen Staatsanwälten, sickerte natürlich das Wichtigste an die Presse durch und Gurlitts Persönlichkeitsrechte wurden auf das Gröbste verletzt.
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