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In eigener Sache: DER SPIEGEL hat Cornelius Gurlitt korrekt zitiert

Mehrfach hat Cornelius Gurlitt gegenüber dem SPIEGEL im November eine freiwillige Rückgabe der in seinem Besitz befindlichen Kunstwerke ausgeschlossen. Ein Rechtsanwalt Gurlitts wirft dem SPIEGEL nun öffentlich vor, seinen Mandanten nicht korrekt zitiert zu haben. Dieser Vorwurf ist schlicht falsch.

Özlem Gezer

Hamburg - Im November 2013, als der spektakuläre Kunstfund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt in München-Schwabing das Land in Atem hielt, gelang es der SPIEGEL-Reporterin Özlem Gezer, den Kunsthändlersohn über mehrere Tage zu begleiten. In ihrer exklusiven Reportage "Die Liebe seines Lebens", die SPIEGEL-Titelgeschichte 47/2013, zitiert sie Gurlitt mit den Worten: "Freiwillig gebe ich nichts zurück, nein, nein."

Seit Dezember 2013 wird der 81-jährige Cornelius Gurlitt auch anwaltlich vertreten: Hannes Hartung ist einer von drei Juristen, die von Gurlitts Betreuer bevollmächtigt wurden. Er ist nach eigener Aussage zuständig für die privatrechtliche Seite des Verfahrens und das Kunstrecht. In mehreren Interviews hat Hartung nun gesagt, Gurlitt erwäge die Rückgabe von Raubkunst aus seiner Sammlung und man sei bereits in Gesprächen mit Erben einstiger Besitzer.

In diesem Zusammenhang zweifelt sein Anwalt Hartung die Richtigkeit der vom SPIEGEL wiedergegebenen Aussage Gurlitts an. "Der SPIEGEL hat ihn falsch zitiert", sagte Hartung der "Süddeutschen Zeitung"; die "Frankfurter Allgemeine" zitiert den Anwalt mit den Worten, die SPIEGEL-Aussage sei "sicher falsch und verzerrend" gewesen. "Mr. Hartung said that interview had misrepresented his client", schreibt die "New York Times".

Der SPIEGEL hat Gurlitt jedoch richtig zitiert. Cornelius Gurlitt hat im November gegenüber Özlem Gezer mehrfach in unterschiedlichen Formulierungen eine freiwillige Rückgabe abgelehnt. Auch der Vorwurf, das Zitat sei "verzerrend" gewesen, ist falsch. Im Kontext der zitierten Äußerungen ging es stets um alle Bilder, die sein Vater erworben hatte.

Ein Beispiel dokumentieren wir hier auf Video; der Beitrag war seinerzeit der SPIEGEL-Digitalausgabe beigefügt - Gurlitts Aussage zur Rückgabefrage finden Sie im Video (oben im Artikel) ab der Minute 3:08.

Der Wortlaut von Gurlitts Aussage: "Ja, das mach' ich eben nich'. Ich geb' nichts freiwillig zurück. Das mach' ich auf keinen Fall. Aber Sie können... ich kann natürlich nichts machen. Wenn sie's beschlagnahmen und enteignen, was soll ich dann machen? Da kann ich nichts machen. Muss ich eben abwarten. Erst mal. Dann lass' ich das erstmal so."

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