"Corpus Christi" Handgreifliche Proteste gegen Theaterstück

Etwa 1000 Gegner des umstrittenen Theaterstücks "Corpus Christi" haben am Samstag in der Heilbronner Innenstadt gegen das nach ihrer Ansicht gotteslästerliche Bühnenwerk demonstriert. Von christlicher Nächstenliebe war bei den Protesten allerdings nicht viel zu spüren.


Heilbronn - Im Zuge der Demonstration kam es zu Handgreiflichkeiten gegen eine Gruppe von Homosexuellen und Mitgliedern der Aids-Hilfe, die für das Theaterstück Partei ergriffen. Ein Polizist, der zusammen mit anderen Beamten schlichtend eingriff, wurde durch den Biss eines syrisch-orthodoxen Christen an der Hand verletzt.

Rund 1000 strenggläubige Christen, darunter etwa 500 Angehörige der syrisch-orthodoxen Kirche, haben in Heilbronn gegen das Theaterstück "Corpus Christi" demonstriert
DPA

Rund 1000 strenggläubige Christen, darunter etwa 500 Angehörige der syrisch-orthodoxen Kirche, haben in Heilbronn gegen das Theaterstück "Corpus Christi" demonstriert

Der Täter und zwei andere Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen.

An der Protest-Veranstaltung nahmen nach Polizeiangaben Mitglieder von drei christlichen Gruppen teil, die aus dem ganzen Bundesgebiet zum Teil mit Bussen angereist waren. In dem Theaterstück des amerikanischen Pulitzer-Preisträgers Terrence McNally, das in Heilbronn auf dem Programm steht, werden Jesus und seine Apostel unter anderem als trinkfreudige Homosexuelle dargestellt.

Intendant Klaus Wagner hatte die Aufführung des Stückes bei der Demonstration verteidigen wollen. Sein Angebot sei allerdings von den Veranstaltern zurückgewiesen worden, teilte Theatersprecher James McDowell auf Anfrage mit. Als Wagner sich am Rande der Kundgebung einer Diskussion stellen wollte, mussten Polizisten einschreiten, um Rangeleien zu unterbinden.



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