Britische Medien "Daily Mirror"-Verlag übernimmt Konkurrenzzeitungen

Konzentration auf dem umkämpften britischen Zeitungsmarkt: Der Verlag des eher linksgerichteten "Daily Mirror" wird zukünftig auch die eher rechten Boulevard-Rivalen "Daily Express" und "Daily Star" herausgeben.

Boulevardblätter, zukünftig aus einem Verlag
picture alliance/ Yui Mok/ PA Wire

Boulevardblätter, zukünftig aus einem Verlag


Der Herausgeber des "Daily Mirror" übernimmt nach eigenen Angaben unter anderem die Konkurrenz-Titel "Daily Star" und "Daily Express" sowie das Promi-Magazin "OK!" für umgerechnet 144 Millionen Euro.

Die Übernahme bringt Boulevardblätter unter ein Dach, die auf gegenüberliegenden Enden des politischen Spektrums einzuordnen sind. Während der "Mirror" sich traditionell an ein linksorientiertes Arbeiterpublikum richtet, war der "Express" beispielsweise eines der am schärfsten für den Austritt Großbritanniens aus der EU trommelnden Blätter - und dies sogar schon beim ersten Referendum.

Trinity Mirror kündigte Einsparungen an, indem Redaktionsteams zusammenarbeiten und Dopplungen reduziert werden sollten. Dies dürfte zu weiteren Stellenkürzungen führen.

Die Transaktion werde sich bereits ab dem ersten vollen Geschäftsjahr nach der Übernahme positiv auf die Bilanz auswirken. Bis 2020 sollten die Einsparungen auf jährlich umgerechnet etwa 23 Millionen Euro steigen. Die Übernahme beschert Trinity Mirror den größten Kurssprung seit vier Jahren. Die Aktien des britischen Verlagshauses stiegen am Freitag um bis zu 14,6 Prozent auf 80 Pence.

Der britische Zeitungsmarkt leidet unter sinkenden Absätzen. Dem Branchendienst ABC zufolge lag die Auflage des "Daily Mirror" im Dezember bei 581.000 Stück. "Daily Star" kommt auf gut 391.000 und "Daily Express" auf 365.000 Exemplare.

feb/Reuters

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