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Dal-Bhat-Curry Mein Fleisch ist Gemüse

Zubereitung: Dal Bhat mit grünem Curry
Fotos
Peter Wagner

2. Teil: Rezept für Dal Bhat mit grünem Curry (veganes Haupt- oder Alleingericht für 4 Personen)

Vorbereitungszeit: 15 Minuten

Zubereitungszeit: 35 Minuten

Schwierigkeitsgrad: einfach

Zutaten

Dal (hier: Linsencreme)
350 g rote geschälte Linsen

300 ml Gemüsebrühe

150 g frisches Tamarindenmark (aus dem Asialaden)

1 Tl Curcuma, gemahlen

etwas helle Sojasauce (ungezuckert)

etwas Salz

2 El Sojaöl

Bhat (Reis)
200 g Basmatireis

1 Tl Meersalz

70 g frischer Ingwer

Curry & Gemüse (Zutaten überwiegend in gut sortierten Asia-Shops erhältlich)
200 g Thaispargel

100 g frische Bambussprossen

200 g Thai-Schalotten

2 Stück asiatische Knoblauchzehen

1 El Ghee (oder Butterschmalz; bei Verfügbarkeit und Neigung auch Yak-Butter)

3 El fein gehackte Korianderwurzeln

1 El fein gehackte Korianderblätter

350 ml Kokoscreme

etwas grüner Thaicurry

etwas fein gehackte grüne Chilischote

etwas Salz

Zubereitung

Dal (Linsencreme)
Linsen in der Gemüsebrühe mit Sojasauce und dem Curcuma bei mittlerer Temperatur weich kochen, bis die Linsen die Brühe vollständig aufgesogen haben. Immer wieder umrühren. 5 Min. nach Kochbeginn das Tamarindenmark mit den enthaltenen Kernen unterrühren. Nach Ende der Kochzeit Kerne entfernen, mit Salz und Sojasauce abschmecken, mit dem Öl im Mixer oder mit Schneidstab sehr fein pürieren, durch Haarsieb passieren, abgedeckt (Deckel aus Backpapier zurechtschneiden) warm halten.

Bhat (Reis)
Reis im Salzwasser klebrig-weich kochen; 12 dünne Scheiben vom geschälten Ingwer mitkochen. Restlichen Ingwer sehr fein schneiden (Brunoise) und kurz vor Ende der Kochzeit unterheben. Warm halten.

Curry & Gemüse
Thaispargel in leise simmerndem Salzwasser bissfest kochen. 3 Min. nach Kochbeginn Bambussprossen dazugeben. Beides in Eiswasser abschrecken. Alle Stangen auf gleiche Länge schneiden, Abschnitte aufbewahren.

Für das Curry die Schalotten schälen und halbieren, den Knoblauch schälen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Schalotten im zerlassenen Ghee (Veganer nehmen Erdnussöl) in Sauteuse leicht andünsten, Knoblauch und Korianderwurzeln anschließend 3 Min. mitdünsten. Mit der Kokoscreme auffüllen, einen halben Teelöffel Thaicurry einrühren. Abschnitte von Spargel und Bambus unterheben, bei niedriger Hitze zu zähflüssiger Konsistenz einkochen (ca. 15 Min.). Erst jetzt Korianderblätter unterheben und je nach Schärfevorlieben mit weiterem grünen Curry, Chili und Salz abschmecken.

Anrichten

Spargel und Bambus im Dampfgarer aufwärmen. Auf vier vorgeheizte Teller mittig als Quadrat anrichten (siehe Foto). Reis mit gut angefeuchteten Händen zu acht festen Kugeln formen, anlegen. Linsencreme in Konditor-Spritzbeutel füllen und rings um das Gemüsequadrat aufspritzen. Mit dem Curry nappieren, Reisbällchen mit frischem Koriandergrün dekorieren und sofort servieren.

Küchen-Klang

Eine schöne antizyklische Alternative zu den sicher ebenfalls angemessenen Meditations-CDs mit tibetanischen Gebetsmühlen ist der zappelige Indierock des Tierschutz-Sextetts Annuals aus North Carolina mit ihrem Album "Count The Rings".

Getränketipp

In Nepal würde wahrscheinlich Tongba (ein Getränk aus heißem Wasser und vergorener Hirse) zu Dal Bhat gereicht, vielleicht auch Reisbier (Thon). Wer gerne Wein dazu trinken möchte, sollte angesichts der ausgeprägten Schärfe des Gerichtes eine nicht zu säurebetonte Sorte wählen (kippt schnell ins Bittere), aber auch bei schmelzigen Weinen wie fassgereiften Chardonnays aufpassen, die mit Linsen weniger gut auskommen. Ein perfekter Begleiter wäre ein mäßig kalt (10-12 Grad servierter, blumig-würziger Sauvignon wie der 2009 von Winning Sauvignon Blanc trocken* - der vielleicht beste in Deutschland aus dieser Rebsorte gewonnene Wein, von dem jährlich leider nicht einmal 1000 Flaschen erzeugt werden.


* Bezugsquellen:
2009 von Winning Sauvignon Blanc trocken z.B. bei Behringer & Sohn.

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insgesamt 11 Beiträge
__j 05.09.2010
...würde meiner Einschätzung nach weder Ghee, noch Butterschmalz, noch Yak Butter enthalten.
...würde meiner Einschätzung nach weder Ghee, noch Butterschmalz, noch Yak Butter enthalten.
Ben-99 05.09.2010
---Zitat--- Der Rest der mehr oder minder regelmäßig Fleischessenden könnte Foers Recherchen in den moralfreien Niederungen der Massentierhaltung zum Anstoß nehmen, öfters mal nach Herkunft, Aufzucht, Leben und Sterben der [...]
---Zitat--- Der Rest der mehr oder minder regelmäßig Fleischessenden könnte Foers Recherchen in den moralfreien Niederungen der Massentierhaltung zum Anstoß nehmen, öfters mal nach Herkunft, Aufzucht, Leben und Sterben der Kreatur zu fragen, deren Fleischteil er zu verspeisen gedenkt. ---Zitatende--- ... dem kann man nur zustimmen. Wagner schreibt auch von "Tier-KZs", wenn es um Massentierhaltung geht und betont, daß Qualität "eben nicht von Qual" kommt. Dumm nur, daß das ausgerechnet derselbe Autor schreibt, der alle paar Wochen in Verzückung gerät, wenn er wieder mal den köstlichen Geschmack künstlich krank gemachter Enten- oder Gänseorgane beschreibt und dazu "leckere" Rezepte anbietet. Denn wie wir alle wissen, ist unser "Hobbykoch" ein großer Fan von "Foie gras". Und zur Stopfleber heißt es auf Wiki: ---Zitat--- Diese Mastform wird heute in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Finnland, Polen und weiteren europäischen Ländern als Tierquälerei angesehen und ist deshalb unter anderem in diesen Ländern durch das Tierschutzgesetz verboten. http://de.wikipedia.org/wiki/Foie_gras ---Zitatende--- Lieber Herr Wagner, bevor Sie vollmundig die "zu laschen EU-Bio-Siegel" anprangern und zu Fleisch "aus noch tierfreundlicherer Erzeugung" raten, fangen Sie doch erst mal bei sich selbst an, indem Sie endlich damit aufhören, den SPON-Lesern alle paar Wochen Rezepte zuzumuten, bei denen Tiere garantiert auf besonders grausame Art zu Tode gemästet werden. Ansonsten alles wie gehabt: Der Leser soll sich zum Flaschenpreis von 17,50 Euro einen bestimmten Wein auf einer Internet-Seite bestellen, auf der exakt aufgelistet wird, welcher Journalist für welche Zeitung schon prima Schleichwerbung für diesen Händler gemacht hat.
Nämbercher 05.09.2010
Aber er schreibt doch, dass er der kargen Angelegenheit ein "Gourmet-Upgrade" zukommen läßt. Das geht natürlich nicht ohne tierische Zutaten ;-))
Zitat von __j...würde meiner Einschätzung nach weder Ghee, noch Butterschmalz, noch Yak Butter enthalten.
Aber er schreibt doch, dass er der kargen Angelegenheit ein "Gourmet-Upgrade" zukommen läßt. Das geht natürlich nicht ohne tierische Zutaten ;-))
mavoe 05.09.2010
Nun, meine Erfahrungen in Indien (UND Südostasien), damals, war die, dass man eher "Banana-Pancakes" plus "Bhang-Lassi" bevorzugte. Nur in Pakistan, welches eher weniger von Backpackern frequentiert wurde, [...]
Zitat von sysopWenn vom Sommer nicht mehr viel übrig bleibt, kommt eine interessante kulinarische Zwielichtphase: Genug gegrillt, aber für den schweren Schmorbraten ist es noch nicht herbstlich genug. Gute Gelegenheit für eine kleine Fleischpause: Mit dem Backpacker-Favoriten Dal-Bhat-Curry. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,715542,00.html
Nun, meine Erfahrungen in Indien (UND Südostasien), damals, war die, dass man eher "Banana-Pancakes" plus "Bhang-Lassi" bevorzugte. Nur in Pakistan, welches eher weniger von Backpackern frequentiert wurde, war "Rice & Dal" am förderlichsten für europäischen Mägen, besonders im Süden, Sindh-Province. Vitamine wurden dann noch zusätzlich in Form von frischen und reifen(!) Mangos zugeführt. In Indien bevorzugte ich eher "Sabzi with Rice". Gemüsecurry with Rice. Oder "Channa Bhatura", frittierte Hefeteigfladen mit Kichererbsencurry, dazu noch ne wahnsinnig scharfe rohe Peperoni (typisch indisches Frühstück). Oder, im tropischen Südindien, dann "Idlis", gekochter Reismehlkuchen mit Coconut-Chutney. Oder "Masala Dosa", Reismehlpfannkuchen gefüllt mit Kartoffel-Gemüsecurry...
zephyros 05.09.2010
...aber unter "Schwierigkeitsgrad:einfach" verstehe ich echt was anderes..
...aber unter "Schwierigkeitsgrad:einfach" verstehe ich echt was anderes..
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Zum Autor
Foto: Gunter Glücklich
Der in Hamburg lebende Autor Peter Wagner, Jahrgang 1960, kocht länger, als er für Geld schreibt: Seit seinem 16. Lebensjahr ist das Schnibbeln, Simmern und Sautieren sein liebstes Hobby. Als furchtloser Esser mag der hauptberufliche Musikkritiker im Grunde alles, solange es mit Liebe und Verstand aus frischen Zutaten gekocht wird. Weitere Wagner-Rezepte finden Sie auf seiner Männerkochseite www.kochmonster.de

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