Kunstraub in der DDR Sohn eines Sammlers erhält Kunstgegenstände zurück

Viele Opfer des DDR-Devisenbeschaffers Schalk-Golodkowski sind bis heute nicht entschädigt worden. Der Sohn eines Kunstsammlers aus der damaligen DDR aber hat nun einen Erfolg errungen: Er bekommt vom Erfurter Angermuseum 23 Kunstwerke zurück.

BStU

Im Streit um einen der bedeutendsten privaten Kunst- und Antiquitätenbestände der DDR hat der Sohn des Thüringer Sammlers Heinz Dietel einen Erfolg erzielt: Nach einem Vergleich mit der Stadt Erfurt erhält er nun vom städtischen Angermuseum 23 Kunstgegenstände aus Dietels umfangreicher Sammlung zurück. Dietel war 1973 aufgrund konstruierter Vorwürfe verhaftet worden und musste danach wegen eines offensichtlich fingierten Steuerverfahrens zahlreiche Arbeiten der DDR-Firma Kunst & Antiquitäten (K & A) überlassen. Diese verkaufte den größten Teil in den Westen, mehrere Dutzend Arbeiten erhielt jedoch das Erfurter Angermuseum.

Der 1975 verstorbene Dietel gehörte zu einer Gruppe von mehr als 200 Sammlern, die von der DDR ausspioniert und durch überzogene Steuerforderungen in Millionenhöhe zur Herausgabe ihrer Kunstwerke gezwungen wurden. Die dem Devisenbeschaffer Alexander Schalk-Golodkowski unterstehende Firma K & A verkaufte mehrere Zehntausend konfiszierte Gemälde, antike Möbel, Silber und Porzellan an westliche Kunden, um der DDR frisches Bargeld zu besorgen.

Bislang ist kaum eines der Opfer entschädigt worden.

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insgesamt 2 Beiträge
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FKassekert 21.07.2014
1. Warum wohl bisher nichts
passierte und erfolgte!?? An wen hat wohl Schalck-Golodkowsky die Kunstwerke verscherbelt? Alles ehrenwerte Gesellschaft der alten BRD!
InesH 21.07.2014
2.
Zitat von FKassekertpassierte und erfolgte!?? An wen hat wohl Schalck-Golodkowsky die Kunstwerke verscherbelt? Alles ehrenwerte Gesellschaft der alten BRD!
§ 5 Rückgabe beweglicher Sachen (1) Bewegliche, nicht in einen Einheitswert einbezogene Sachen sind zurückzuübertragen. Die Rückübertragung ist ausgeschlossen, wenn dies von der Natur der Sache her nicht mehr möglich ist oder natürliche Personen, Religionsgemeinschaften oder gemeinnützige Stiftungen in redlicher Weise an dem Vermögenswert Eigentum erworben haben. (2) Zur Ausstellung für die Öffentlichkeit bestimmtes Kulturgut bleibt für die Dauer von 20 Jahren unentgeltlich den Zwecken der Nutzung seitens der Öffentlichkeit oder der Forschung gewidmet (unentgeltlicher öffentlicher Nießbrauch). Der Nießbrauchsberechtigte kann die Fortsetzung des Nießbrauchs gegen angemessenes Entgelt verlangen. Gleiches gilt für wesentliche Teile der Ausstattung eines denkmalgeschützten, der Öffentlichkeit zugänglichen Gebäudes. Wenn das Kulturgut mehr als zwei Jahre nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist, endet auf Antrag des Berechtigten der Nießbrauch, es sei denn, dass die oberste Landesbehörde triftige Gründe für die Nichtzugänglichkeit und das Fortbestehen der in Satz 1 genannten Zweckbestimmung feststellt. (3) § 10 des Vermögensgesetzes gilt entsprechend. Die Aufwendungen für das überlassene Kulturgut trägt der Nießbraucher. Das sagt doch so ziemlich alles, oder?
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