300 Tage in türkischer Haft Prominente Künstler und Nobelpreisträger fordern Freiheit für Deniz Yücel

Fünf Nobelpreisträger und Popstars wie Bono und Sting setzen sich für den in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel ein. In einem Aufruf in deutschen und türkischen Zeitungen fordern sie seine Freilassung.

"Welt"-Korrespondent Deniz Yücel (Archiv)
DPA

"Welt"-Korrespondent Deniz Yücel (Archiv)


Seit 300 Tagen ist der Journalist Deniz Yücel in der Türkei in Haft. Nun fordern in der Zeitung "Die Welt", für die er vor seiner Festnahme arbeitete, mehr als 200 internationale Künstler einen fairen Prozess und Yücels Freilassung, Tenor: "Diese 300 Tage sind exakt 300 Tage zu viel."

Stars wie die Musiker Bono und Sting sowie die Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk, Elfriede Jelinek, Swetlana Alexijewitsch, Herta Müller und John M. Coetzee unterstützen der Zeitung zufolge den Aufruf des Freundeskreises #FreeDeniz. Die Regisseure Wim Wenders, Volker Schlöndorff und Fatih Akin, die Maler Gerhard Richter und Daniel Richter sowie zahlreiche Journalisten haben den Aufruf ebenfalls unterzeichnet.

In dem Schreiben heißt es unter anderem: "Deniz Yücel befindet sich am 10. Dezember seit 300 Tagen in der Türkei in Gefangenschaft - ohne Anklageschrift ist er in einem Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert." Er sei Journalist und habe nichts anderes getan, als seinen Beruf auszuüben und seine Meinung frei zu äußern.

Der Aufruf der Stars soll am 9. und 10. Dezember in deutschen und türkischen Zeitungen erscheinen.

Der Korrespondent der "Welt" sitzt seit Februar im Gefängnis. Bis heute liegt gegen ihn keine Anklage vor. Ihm wird "Unterstützung von Terroristen" und "Volksverhetzung" vorgeworfen. Der Haftbefehl nennt als Belege ausschließlich seine Artikel.

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