Inhaftierter Journalist Deniz Yücel erhält Theodor-Wolff-Preis

Deniz Yücel sitzt seit vier Monaten in der Türkei im Gefängnis. Nun wurde er in Abwesenheit mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis gewürdigt. Die Jury wolle damit ein Zeichen für die Pressefreiheit setzen.

Deniz Yücel

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Zum ersten Mal in der Geschichte des renommierten Theodor-Wolff-Preis hat die Jury einen Sonderpreis verliehen. Dieser ging an den der in der Türkei inhaftierte Korrespondent der Tageszeitung "Die Welt", Deniz Yücel, erhält. Damit soll nach dem Willen von Jury und Kuratorium "im Geist von Theodor Wolff ein Zeichen für die Pressefreiheit gesetzt werden, die in der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt mit Füßen getreten wird". Überreicht wurden die Preise am Mittwochabend in Berlin.

Yücel hatte seinen Anwälten eine Dankesrede an die Jury und das Kuratorium des Theodor-Wolff-Preises diktiert, die am Mittwoch verlesen wurde: "Falls es zu Ihren Absichten gehörte, mich mit dieser wertvollen Auszeichnung ein wenig aufzumuntern, dann sei Ihnen versichert: Es ist Ihnen vortrefflich gelungen. Auch dafür danke ich Ihnen", heißt es darin. Yücel nutze die Gelegenheit, ein Statement weitergeben zu können, und bedankte sich auch bei Kollegen, Freunden und Familie für ihre Unterstützung.

Die Auszeichnung in der Kategorie "Lokales" erhielt Anja Reich von der "Berliner Zeitung". In der Sparte "Meinung" ging der Preis an Hans Monath ("Der Tagesspiegel"), in der Kategorie "Reportage" an Marc Neller ("Welt am Sonntag"). Die Jury hatte sich diesmal für "Populismus" als "Thema des Jahres" entschieden. Für seinen Beitrag dazu ausgezeichnet wurde Nicolas Richter ("Süddeutsche Zeitung"). Die Auszeichnungen in diesen vier Kategorien sind mit jeweils 6000 Euro verbunden.

Der Preis erinnert an den langjährigen Chefredakteur des "Berliner Tageblatts", Theodor Wolff (1868-1943), der 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen musste, dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert wurde. Er starb 1943 in Berlin.

asc/dpa

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