Kampf um Meinungsfreiheit "Journalist des Jahres"- Deniz Yücel und #FreeDeniz erhalten Sonderpreis

"Beharrlicher Kampf für das Recht auf freie Meinungsäußerung": Deniz Yücel und sein Unterstützerkreis #FreeDeniz werden Montag bei der Auszeichnung "Journalist des Jahres" mit einem Sonderpreis geehrt.

Deniz Yücel am Freitag nach seiner Freilassung in der Türkei
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Deniz Yücel am Freitag nach seiner Freilassung in der Türkei


Deniz Yücel war erst am Freitag nach mehr als einem Jahr in türkischer Untersuchungshaft freigekommen. Ein Istanbuler Gericht verfügte seine Haftentlassung, das Verfahren wegen "Propaganda für eine Terrororganisation" und "Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit" geht aber weiter.

Nun soll der "Welt"-Korrespondent mit einem Sonderpreis bei der Veranstaltung "Journalist des Jahres" geehrt werden. Die Jury hatte ihre Entscheidung bereits im Dezember bekannt gegeben.

Zur Begründung für die Auszeichnung an Yücel und den Freundes- und Unterstützerkreis #FreeDeniz teilte die Jury der Branchenzeitschrift "medium magazin" mit, sie wolle damit den beharrlichen Kampf für das Recht auf freie Meinungsäußerung und für die vollständige Freilassung der in der Türkei zu Unrecht inhaftierten Kollegen und Kolleginnen würdigen.

Yücel war am Freitagabend in Berlin angekommen, hat Deutschland inzwischen aber wieder verlassen. "Ich bin nicht in Deutschland. Aber ich bin unter Freunden", schrieb der 44-Jährige am Samstag auf Twitter. Auf einem angehängten Foto ist er mit seiner Ehefrau und acht weiteren Menschen auf einer Wiese zu sehen. Die beiden hatten im April 2017 im Gefängnis in Silivri westlich von Istanbul geheiratet.

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt hatte zuvor appelliert, Yücel in Ruhe zu lassen. "Wir bekommen Dutzende Anfragen zu Deniz", schrieb Poschardt auf Twitter. "Deniz geht es gut, er genießt sein Leben in Freiheit, wir lassen ihn in Ruhe. Einverstanden?"

Im Juni war Deniz Yücel in Abwesenheit schon mit dem Theodor-Wolff-Preis geehrt worden.

cbu/dpa

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