Theater- und TV-Schauspieler Stefan Wigger ist tot

Zwischen Samuel Beckett und Vorabendserie: In den sechziger und siebziger Jahren war er ein gefragter Theaterschauspieler. Das Fernsehpublikum kannte ihn aus "Ein Haus in der Toscana". In der Nacht zum Mittwoch ist Stefan Wigger in München gestorben.

Der Schauspieler Stefan Wigger (1932-2013)
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Der Schauspieler Stefan Wigger (1932-2013)


Hamburg/München - Einem breiten Publikum wurde er mit "Ein Haus in der Toscana" bekannt. In der der ARD-Vorabendserie, die von 1990 bis 1994 ausgestrahlt wurde, spielte Stefan Wigger den Oberstudienrat Julius Donner, der gemeinsam mit seiner Familie ein Ferienhaus in einem toskanischen Dorf kauft.

Wigger, am 26. März 1932 in Leipzig geboren, war damals bereits ein anerkannter Schauspieler. In den Fünfzigern und Sechzigern trat er auf in Nebenrollen von Filmen wie "Haie und kleine Fische" (1957), "Ihr 106. Geburtstag" (1958), "Hokuspokus oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden" (1966) oder in Wolfgang Staudtes Verfilmung von Brechts "Dreigroschenoper" (1962).

Ab 1958 gehörte Wigger 20 Jahre lang zum Ensemble des Berliner Schiller Theaters. 1975 spielte er dort eine seiner bedeutendsten Theaterrollen: als Wladimir in "Warten auf Godot" - der Autor Samuel Beckett führte selbst Regie. Wigger lieferte mit seiner Interpretation der Beckett-Figur seinen Beitrag zur Theatergeschichte: Seine schlaksige Gestalt und seine zwischen Naivität und Cleverness changierende Mimik hat die Darstellung des Wladimir geprägt.

Seit 1978 arbeitete Wigger frei an verschiedenen Theatern - darunter die Münchner Kammerspiele und das Hamburger Thalia Theater. Er spielte unter Regisseuren wie Fritz Kortner, Dieter Dorn und George Tabori. Kleinere TV-Rollen hatte er in den Krimiserien "Derrick" oder "Der Alte".

In der Nacht zum Mittwoch ist der 80-Jährige nach langer Krankheit in einem Krankenhaus in München gestorben. Das teilte Wiggers Familie mit.

twi/dpa

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