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Der SPIEGEL zur Augstein-Rede: "Eigentum verpflichtet"

Franziska Augstein, Tochter des 2002 verstorbenen SPIEGEL-Herausgebers Rudolf Augstein, hat am Donnerstag in Berlin den SPIEGEL öffentlich kritisiert. In einer Erklärung verwahren sich nun die Ressortleiter des SPIEGEL gegen die Anwürfe.

Hamburg - Die Ressortleiter des SPIEGEL haben mit Befremden zur Kenntnis genommen, dass Franziska Augstein als Erbin und Mitbesitzerin des SPIEGEL-Verlags die Arbeit der Redaktion öffentlich kritisiert hat. Ihre Hauptargumente zeigen, dass sie wenig versteht von dem, wie ein Nachrichtenmagazin im allgemeinen und der SPIEGEL im besonderen zu berichten hat.

Rudolf Augstein wollte, dass nach seinem Tod sein Anteil am SPIEGEL-Verlag nicht in vollem Umfang auf seine Kinder übergehen sollte. Rudolf Augsteins Absicht war, seinen Kindern keine publizistische Macht über den SPIEGEL zu vererben.

Dass Franziska Augstein diese Enttäuschung nun zu einem Rundumschlag gegen diejenigen treibt, die seit Jahrzehnten durch ihre Qualitätsarbeit den SPIEGEL zu dem gemacht haben, was er ist, und so allen Gesellschaftern kontinuierlich üppige Millionengewinne sichern, lässt uns an ihrer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern dieses Hauses zweifeln. Eigentum - auch wenn man es geerbt hat - verpflichtet.

DER SPIEGEL steht dank der Arbeit der Chefredaktion, aller Redakteure und aller Beschäftigten glänzend da, seine Auflage liegt konstant bei 1,09 Millionen Exemplaren. Die Leser sind von der Qualität des Magazins überzeugt, selbst eine kürzliche Preiserhöhung von 40 Cent hat nicht zum Rückgang der Auflage geführt. Der SPIEGEL genießt im In- und Ausland hohes Ansehen, er ist das meistzitierte Medium der Republik, viele Preise für SPIEGEL-Kollegen belegen den hohen Standard seiner Berichterstattung.

Wir fordern Franziska Augstein auf, das Ansehen des Blattes nicht weiter zu beschädigen, und bitten die Gesellschafter des SPIEGEL, sich zum geschäftsschädigenden Verhalten der Miterbin zu äußern.

Hans-Joachim Noack, Dietmar Pieper, Hans-Ulrich Stoldt, Gabor Steingart, Jan Fleischhauer, Clemens Höges, Michaela Schießl, Heiner Schimmöller, Stefan Berg, Armin Mahler, Thomas Tuma, Hans Hoyng, Gerhard Spörl, Christian Neef, Johann Grolle, Olaf Stampf, Romain Leick, Matthias Matussek, Lothar Gorris, Cordt Schnibben, Alfred Weinzierl, Stephan Burgdorff, Thomas Schäfer, Michael Rabanus, Martin Brinker, Wolfgang Busching, Hauke Janssen, Peter Wahle

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