Anfangsverdacht auf Sexualstraftat Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dieter Wedel

Die Staatsanwaltschaft München hat Ermittlungen gegen Dieter Wedel eingeleitet, wegen einer "nicht verjährten Sexualstraftat". Der Regisseur weist alle Vorwürfe von sich, nach einer Herzattacke liegt er im Krankenhaus.

Dieter Wedel
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Dieter Wedel


Im Fall Dieter Wedel hat sich die Staatsanwaltschaft München eingeschaltet, ihre Ermittlungen drehen sich um Vorwürfe von sexueller Gewalt. "Es besteht der Anfangsverdacht auf eine nicht verjährte Sexualstraftat", sagte Oberstaatsanwältin Anne Leiding von der Staatsanwaltschaft München I dem SPIEGEL.

Leiding wollte die Vorwürfe nicht genauer präzisieren. Zu strafbaren Sexualtaten gehören laut Strafgesetzbuch sexuelle Nötigung ebenso wie sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung. Bei einer Verurteilung drohen teils hohe Strafen. Eine Vergewaltigung kann mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden.

Im "Zeitmagazin" hatten am 3. Januar drei Ex-Schauspielerinnen schwere Vorwürfe gegen den Regisseur erhoben, die bis hin zum erzwungenen Sex reichten.

Die Fahnder in München nehmen den Bericht als Ausgangspunkt ihrer Ermittlungen: "Wir haben das Verfahren aufgrund der Berichterstattung des 'Zeitmagazins' eingeleitet", sagte Sprecherin Leiding.

Wedel, 75, ist der erste prominente Mann in Deutschland, gegen den im Zuge der #MeToo-Debatte Frauen unter Klarnamen derartige Anschuldigungen erheben, darunter die ehemaligen Schauspielerinnen Jany Tempel und Patricia Thielemann. Wedel widersprach den Anschuldigungen per eidesstattlicher Erklärung.

Der Anwalt von Dieter Wedel war für eine Stellungnahme am Montagabend nicht zu erreichen. Vorher war bekannt geworden, dass Wedel als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückgetreten ist. Seine Sprecherin teilte mit, er habe eine Herzattacke erlitten und befinde sich im Krankenhaus.

In einer am Montag veröffentlichten Erklärung schrieb Wedel, die Anfeindungen gegen ihn hätten "ein für meine Gesundheit und natürlich auch für meine Familie erträgliches Maß weit überschritten". Er wolle die Festspiele "aus der diffamierenden Diskussion um meine Person heraushalten". Der hessische Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) bedauerte den Rücktritt Wedels.



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