Wegen CNN-Bericht Trump bezeichnet Watergate-Enthüller als "Idioten"

US-Präsident Donald Trump hat in einem Tweet dem Journalisten Carl Bernstein vorgeworfen, Geschichten zu erfinden. Bernsteins Recherchen zur Watergate-Affäre hatten Richard Nixon zu Fall gebracht.

Donald Trump
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Er kann es einfach nicht lassen. Donald Trump hat sich mal wieder ein prominentes Opfer für seine Hasstiraden bei Twitter gesucht. Diesmal griff er den Watergate-Enthüllungsreporter Carl Bernstein an, nachdem Bernstein den US-Präsidenten in einem CNN-Bericht zur Russlandaffäre belastet hatte.

"Der schlampige Carl Bernstein - ein Mann, der in der Vergangenheit lebt und wie ein verdorbener Idiot denkt, eine Geschichte nach der anderen erfindet - wird im ganzen Land verlacht", schrieb Trump in einem Tweet am Mittwochabend. Auch der TV-Sender CNN blieb von Trump nicht verschont. "CNN wird von innen heraus zerrissen, weil sie einer großen Lüge aufgesessen sind und sich weigern, den Fehler zuzugeben."

In dem TV-Beitrag ging es um ein Treffen von Trump-Vertrauten mit einer russischen Anwältin während des Präsidentschaftswahlkampf 2016. Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen soll von dem Treffen gewusst haben. CNN hält an der Darstellung fest, obwohl eine der Quellen ihre Aussagen später zurückgezogen hatte. Die möglichen Einmischungen Russlands in den US-Wahlkampf werden von FBI-Sonderermittler Robert Mueller untersucht.

Der Sender reagierte umgehend auf Trumps Tweet und schrieb: "Machen Sie keinen Fehler, Mr. President. CNN lügt nicht. Wir berichten die Nachrichten. Und wir berichten, wenn Leute in Machtpositionen Lügen erzählen. CNN steht zu seiner Berichterstattung und seinen Reportern. Es mag viele Idioten in dieser Geschichten geben, aber Carl Bernstein ist keiner von ihnen."

Bernstein hatte 1974 gemeinsam mit seinem Kollegen Bob Woodward die Watergate-Affäre aufgedeckt und damit zum Rücktritt des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon beigetragen. Woodward hat gerade ein Buch mit dem Titel "Fear: Trump in the White House" geschrieben, das am 11. September erscheinen wird und in dem es laut Verlagsangaben um das "erschütternde Leben in Donald Trumps Weißem Haus" gehen soll.

mmm/AFP



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