Weltkriegsanalyse statt Trump-Abrechnung Plötzlicher Erfolg für "Fire and Fury"-Doppelgänger

Ausgerechnet ein Buch über das Leiden der Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkrieges profitiert von dem Hype um das Trump-Enthüllungsbuch "Fire and Fury". Der Grund: Es trägt den gleichen Titel.

Bereits vor neun Jahren erschienen: Randall Hansens "Fire and Fury"

Bereits vor neun Jahren erschienen: Randall Hansens "Fire and Fury"


Ob es ehrliches Interesse an der Materie ist oder schlicht eine Verwechselung, darüber lässt sich spekulieren. Fest steht, dass die Weltkriegsanalyse des Historikers Randall Hansen seit der Veröffentlichung des Trump-Enthüllungsbuch in den Bestsellerlisten nach oben geschossen ist.

Vor neun Jahren veröffentlichte Hansen sein Geschichtsbuch mit dem Titel "Fire and Fury: The Allied Bombing of Germany, 1942-1945". Das Buch "Fire and Fury" des amerikanischen Journalisten Michael Wolff erschien vergangenen Freitag und sorgt seitdem für reichlich Aufruhr.

Exakte Verkaufszahlen könne er nicht nennen, sagt der gebürtige Brite dem "Handelsblatt". Am Tag der Veröffentlichung von "Fire and Fury: Inside the Trump White House" sei jedoch sein Buch auf drei Bestsellerlisten der Verkaufsplattform Amazon in die Höhe geschossen. Kurz darauf veröffentlichte Hansen einen Tweet zu dem ungeahnten Erfolg.

Weiter zitiert ihn die Zeitung, dass er nie gedacht habe, dass er Präsident Trump einmal einen Gefallen schulde. Scherzhaft stellte er in seinem Tweet die Frage, ob er Bannon und Trump Tantiemen zahlen müsse.

Hansen profitiert von dem unerwarteten Interesse an seiner Veröffentlichung. In seiner Weltkriegsanalyse beschäftigt sich der Historiker und Politologe mit den Auswirkungen der britischen und amerikanischen Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung.

Der Journalist Michael Wolff hingegen berichtet in seinem "Fire and Fury" von der chaotischen Arbeit im Weißen Haus unter einem unbeholfenen und psychisch nicht ernstzunehmenden Präsidenten. Wolff stützt sich dabei vor allem auf Aussagen des ehemaligen Trump-Chefstratege Steve Bannon.

brs



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.