Literaturnobelpreisträgerin Britischer Geheimdienst spionierte Doris Lessing aus

Mehr als 20 Jahre lang stand die Schriftstellerin Doris Lessing im Visier des britischen Geheimdienstes: Die verstorbene Literaturnobelpreisträgerin wurde nicht nur abgehört, auch ihre Reisen wurden verfolgt.

Literaturnobelpreisträgerin Lessing: Engagement für den Kommunismus
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Literaturnobelpreisträgerin Lessing: Engagement für den Kommunismus


Ihre Sympathien für den Kommunismus grenzen an "Fanatismus", sie sei unverantwortlich in ihren Äußerungen - diese Ansicht hatte der britische Geheimdienst seit Anfang der Vierzigerjahre von Doris Lessing. Mehr als 20 Jahre lang wurde die Literaturnobelpreisträgerin daher vom britischen Inlandsgeheimdienst ausspioniert.

Wie aus Akten hervorgeht, die das britische Nationalarchiv am Freitag veröffentlichte, hörten die Spione zwischen 1943 und 1964 Lessings Telefon ab, überwachten ihren Briefverkehr und verfolgten ihre Reisen.

Lessing, die 1919 in Iran geboren und im britischen Südrhodesien (heute Simbabwe) aufgewachsen war, trat während des Zweiten Weltkriegs der Kommunistischen Partei bei. Sie siedelte Ende der Vierzigerjahre nach Großbritannien über und heiratete den deutschen Exil-Kommunisten Gottfried Lessing.

Sie engagierte sich in den unterschiedlichsten sozialen und politischen Bereichen, unter anderem gegen Atomwaffen, Kolonialismus, Rassismus und gegen das Apartheid-Regime in Südafrika. 1956 verließ sie die Kommunistische Partei. 2007, im Alter von 88 Jahren, bekam sie den Nobelpreis für Literatur. Lessing starb im Jahr 2013 in ihrer Londoner Wohnung. Sie wurde 94 Jahre alt.

kis/dpa

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