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Dresdner Elbtal: Umstrittene Brücke wird vorerst nicht gebaut

Nach wochenlangem Streit um den geplanten Bau der Waldschlösschenbrücke hat das Verwaltungsgericht Dresden ein Machtwort gesprochen: Die Brücke darf erst einmal nicht gebaut werden.

Dresden - Die drohende Aberkennung des Weltkulturerbe-Titels des Dresdner Elbtals scheint bis auf Weiteres abgewendet. Nach einer Entscheidung des Dresdner Verwaltungsgerichts darf die geplante vierspurige Schneise vorerst nicht gebaut werden. Die vom Regierungspräsidium Dresden angeordnete sofortige Vergabe von Bauaufträgen sei gestoppt worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Elbe in Dresden: Vorerst keine weitere Brücke
DPA

Elbe in Dresden: Vorerst keine weitere Brücke

Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürften keine weiteren Maßnahmen gegen die Stadt Dresden im Hinblick auf den Brückenbau ergriffen werden. Es sei zu befürchten, dass das Regierungspräsidium vollendete Tatsachen schaffe, urteilten die Richter. Die Behörde hatte die Stadt Dresden mit sofortiger Wirkung angewiesen, die ersten Bauaufträge für die Brücke in Höhe von 60 Millionen Euro zu vergeben, nachdem der Stadtrat das Vorhaben zuvor drei Mal abgelehnt hatte.

Gegen die Entscheidung des Regierungspräsidiums hatte die Stadtverwaltung Widerspruch beim Verwaltungsgericht eingelegt. Das Regierungspräsidium hatte sich auf einen Bürgerentscheid aus dem Jahr 2005 berufen, in dem sich die Dresdner mehrheitlich für den Bau der Brücke ausgesprochen hatten. Dieser Entscheid sei drei Jahre lang gültig und könne auch vom Dresdner Stadtrat nicht aufgehoben werden, hieß es zur Begründung.

Die Unesco hatte für den Fall, dass die Brücke gebaut wird, mit der Aberkennung des Welterbetitels gedroht. Dresden ist deshalb bereits auf der "Roten Liste" der besonders gefährdeten Welterbegüter.

hoc/AP

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