Duell Schwarzer vs. Bushido Grüße an die Frau Mama

Da haben sich zwei gefunden: Der Rapper und Neu-Filmstar Bushido stellt sich vor, wie ihn Alice Schwarzer nach den Brüsten seiner Mutter gefragt hätte. Nun antwortet die Feministin ihm in einem offenen Brief: Er sei ein kleinbürgerlicher Spießer.


Fotostrecke

3  Bilder
Derbes Duell: Ja, ja, deine Mudder
Berlin/Köln - Es klingt wie ein Duell aus der alten MTV-Knetgummi-Show "Celebrity Deathmatch": In der roten Ecke der Rapper Bushido, der sich gerade per Kino-Aufsteigerdrama vom Bürgerschreck-Image befreien möchte - und nun schwer rückfällig wird. In der blauen Ecke Deutschlands Vorzeigefeministin Alice Schwarzer, deren Erregungspotenzial bekanntlich hoch ist und die immer für einen geharnischten offenen Brief gut ist. Der Preis bei diesem Kampf ist, wie immer: Aufmerksamkeit.

Worum geht es? In einem Interview mit der Myvideo.de-Sendung " Clixoom" stellte sich Bushido vor, er würde von Alice Schwarzer befragt: "Die merkt, okay, ich kriege den nicht über die Macho-Schiene, und sagt dann: Wie waren denn die Titten damals von deiner Mutter, als du als kleiner Junge dran gesaugt hast?" Das wäre der Punkt, an dem er nicht mehr reif und überlegt und entspannt reagieren könnte; da würde er nur noch sagen können: "Ganz ehrlich, fick dich ins Knie, du Fotze."

Der Hintergrund für dieses imaginäre Interview ist, dass Alice Schwarzer 2007 als Vertretung der Talkshow-Moderatorin Sandra Maischberger den Rapper tatsächlich eingeladen hatte, in eine Sendung zum Thema "Früher, härter, unromantischer - Sex ohne Liebe?" zu kommen. Bushido sagte ab - offiziell wegen einer Fußverletzung. Alice Schwarzer vermutete hingegen in der Sendung: "Der hatte nicht die Eier."

Nun antwortet die "Emma"-Gründerin auf die eher obskure Äußerung des Rappers mit grober Klinge und einem offenen Brief: "Seit wann habe ich pornografische Phantasien mit stillenden Müttern? Die hast du! Und genau das ist dein Problem", schreibt Schwarzer auf ihrer Web-Seite. Er mache "das Fass mit mir" jetzt auf, weil er für seinen gerade im Kino laufenden Film " Zeiten ändern dich" Werbung gebrauchen könne: "Was läge da näher, als ein öffentlicher Fight mit Alice Schwarzer?"

Die Journalistin sagt, sie wolle Bushido diesen Gefallen nicht tun - und macht doch genau dies, indem sie ihm in einem offenen Brief vorwirft, er rede von Ehre und Respekt "wie der Blinde von der Farbe". Schwarzer hat allem Anschein nach eine Geschichte in der "Bild am Sonntag" gelesen, in der Bushidos Beziehung zu dem Westberliner Geschäftsmann Arafat A. beleuchtet wird, dessen Polizeiakte mehr als hundert Einträge aufweise. Bushido sei dessen Goldesel, schreiben "BamS" und Schwarzer wortgleich.

Dabei lebe Bushido längst ein braves Leben im biederen Lichterfelde. "Da grillst du, schneidest die Hecken und hörst Depeche Mode. Okay, ich gönn es dir. Nur erzähl uns nichts vom Ghetto, von Verzweiflung und Ehre", schreibt Schwarzer. Bushido sei "nur ein kleinbürgerlicher Spießer, der die echt Verzweifelten abzapft", findet sie und schließt mit den Worten: "Es grüßt dich und vor allem deine Mutter, Alice Schwarzer."

Fortsetzung folgt, jede Wette.

feb

Mehr zum Thema


insgesamt 87 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Blitztrumpf 08.02.2010
1. Bitte...
...sofort schließen. Die beiden Hampelmänner/frauen sind doch keiner Bachtung geschweige denn Diskussion würdig!
knaxknarke 08.02.2010
2. 2:0 für Schwarzer
Muss man diesen Typen eigentlich kennen? Mir ist nur soviel zu Ohren gekommen, dass er wohl akustische und geistige Umweltverschmutzung betreibt. Danke Frau Schwarzer, dass sie diesen Hohlkopf und Maulhelden vorführen. Sehr amüsant.
drhk 08.02.2010
3. +
Ich bin kein ausgesprochener "Fan" von Schwarzer. Aber: wo sie Recht hat, hat sie Recht. Bushido ging es nie um irgendwelche Ideale. Sein primitiver Antrieb ist und war im Grunde immer Neid, auf die, die mehr haben. Mehr Kohle, mehr Macht, mehr von allem. Insofern ist er genauso, wie sein imaginäres Hassbild. Genauso, wie er immer vorgab, nie sein zu wollen. Nur eben ein wenig primitiver.
DasBrot 08.02.2010
4. Der druckt sich doch sein Geld nicht selbst !
Die Leute geben es ihm. Er macht doch alles richtig. Er ist doch der Millionär. Er hat die Kohle gemacht. Er kann doch über die das ganze Gefasel nur lachen. Gönnt ihm die Kohle, dieser Staat braucht Menschen die ihr Geld selbst verdienen. Er zahlt soviel Steuern (natürlich tut er das :-)) wie hundert Andere zusammen nicht. Wer es schafft das Eichinger seine Biographie verfilmt darf hier auch rumnölen. Locker bleiben !
last 08.02.2010
5. Kürbiszüchter und Ziegenbärtchen....
Zitat von drhkIch bin kein ausgesprochener "Fan" von Schwarzer. Aber: wo sie Recht hat, hat sie Recht. Bushido ging es nie um irgendwelche Ideale. Sein primitiver Antrieb ist und war im Grunde immer Neid, auf die, die mehr haben. Mehr Kohle, mehr Macht, mehr von allem. Insofern ist er genauso, wie sein imaginäres Hassbild. Genauso, wie er immer vorgab, nie sein zu wollen. Nur eben ein wenig primitiver.
Alice Schwarzer hat voll ins Schwarze getroffen (sorry, Wortspiel ist nicht gewollt!). Diese mühevolle Kultivierung von 'bösen' Zeichen wie Hals-Tattoos, Ziegenbärtchen oder was auch immer für'n hipper Quatsch, oder 'böse' Rap-Rethorik, oder 'böse' zu gucken - das ist alles exakt genauso spießig, wie den größten Kürbis zu züchten und die meisten Gartenzwerge aufzustellen. Darin offenbart sich sogar eine Spießigkeit, die auch noch denkt, nicht spießig zu sein. Das ist viel bedenklicher. Der Kürbiszüchter steht wenigstens zu seinem kleinen Gartenzäunchen. Und sich dann so selbstverliebt und deutlich missionslos in Szene zu setzen wie Bushido (bei dem Namen muss man ja schon kichern) ist dann tatsächlich recht überflüssig; aber typisch für solche Medienkasper. Alice Schwarzer hat für die Gesellschaft AUF JEDEN FALL etwas bewirkt, ist echt und scheut keine Auseinandersetzung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.