Franz-Marc-Gemälde Gerangel um "Füchse"

Das Ölgemälde, dessen Wert auf bis zu 14 Millionen Euro geschätzt wird, war 1962 als Schenkung in das städtische Museum Kunstpalast gelangt. Nun fordern Sammlererben es ein.

Eine Frau betrachtet das Gemälde "Füchse" von Franz Marc
DPA

Eine Frau betrachtet das Gemälde "Füchse" von Franz Marc


Erben eines von den Nazis verfolgten jüdischen Sammlers fordern von der Stadt Düsseldorf ein millionenschweres Gemälde des expressionistischen Malers Franz Marc zurück. Das Gemälde "Füchse" (1913) war 1962 als Schenkung in das städtische Museum Kunstpalast gelangt und gehört dort zu den Spitzenwerken - der Wert des kubistischen Gemäldes wird auf bis zu 14 Millionen Euro geschätzt.

"Wir hoffen auf späte Gerechtigkeit, wie viele andere auch", sagt Ingeburg Breit, 88, die Schwiegertochter des einstigen Besitzers Kurt Grawi. Der Berliner Kaufmann Grawi hatte Deutschland im Jahr 1939 nach mehrwöchiger KZ-Haft mittellos verlassen müssen und war nach Chile emigriert. Das Marc-Gemälde tauchte 1940 in New York auf. Ob Grawi es vor seiner Emigration verkauft hatte, haben Forscher ebenso wenig klären können wie den Weg des Bildes nach New York.

"Es gibt eine Reihe offener Punkte bei der Provenienzforschung", sagte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD). "Ich persönlich habe den Willen, dass wir dieses Thema lösen." Er hat das Thema zur Chefsache erhoben.

Möglich, dass Geisels Engagement auch damit zu tun hat, dass der Ruf Düsseldorfs weltweit beschädigt ist, seit die Stadt Ende 2017 überraschend eine für das Frühjahr geplante Ausstellung über den von den Nazis verfolgten Düsseldorfer Galeristen Max Stern (1904-1987) erst abgesagt und dann auf später verschoben hatte. Mittlerweile heißt es aus Düsseldorf, dass im Herbst dieses Jahres ein internationales Symposium zu Max Stern auch Fragen der Restitution behandeln soll - und im Anschluss dann doch noch die Ausstellung zu sehen sein wird.

bsc/dpa

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