Engagement gegen Rassismus Dunja Hayali erhält Bundesverdienstkreuz

Immer wieder mischt sie sich in die Debatte um Rassismus und Rechtsruck ein - und scheut auch die persönliche Auseinandersetzung nicht. Dafür zeichnet der Bundespräsident jetzt TV-Moderatorin Dunja Hayali aus.

Dunja Hayali
imago/Horst Galuschka

Dunja Hayali


Mit einer bewegenden Dankesrede bei der Verleihung der Goldenen Kamera 2016 hatte die TV-Moderatorin Dunja Hayali vor einem Millionenpublikum ihre Haltung zu Rassismus deutlich gemacht: "Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt noch mal Rassist", hatte sie gesagt, nachdem sie in der Kategorie "Beste Information" ausgezeichnet worden war.

Spätestens seitdem gilt sie als wichtige Stimme gegen Rassismus. Dafür zeichnet Frank-Walter Steinmeier die Moderatorin nun mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. Hayali sei nicht nur als kritische Journalistin aktiv, sondern engagiere sich auch ehrenamtlich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, heißt in der Begründung.

Tochter irakischer Eltern

Immer wieder mache sie öffentlich, wie sie in sozialen Medien wegen ihrer Herkunft und ihres Engagements beleidigt und bedroht werde. "Als Betroffene zeigt sie damit eindringlich, dass Hass in der politischen Auseinandersetzung nicht tatenlos hingenommen werden muss." Hayali ist als Tochter irakischer Eltern in Deutschland geboren. Ab der kommenden Fußball-Bundesligasaison wird sie das neue Gesicht im "Sportstudio" sein.

Anlass der Ordensverleihung am Dienstag kommender Woche ist der Jahrestag des Inkrafttretens des Grundgesetzes. Neben Hayali werden zwölf Frauen und zwölf Männer ausgezeichnet, die sich in vielfältiger Weise für die freiheitliche Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Gewalt engagieren, heißt es weiter.

Der jüngste Ordensträger ist 20, der älteste 90 Jahre alt. Neben Hayali (43) werden unter anderem der Autor und TV-Journalist Peter Merseburger (90), der frühere "FAZ"-Herausgeber Günther Nonnenmacher (69) und die Schriftstellerin Juli Zeh (43) ausgezeichnet.

brs/dpa



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