Umstrittene Nebentätigkeiten Dunja Hayali zeigt sich selbstkritisch

Weil sie vielfach Moderationsjobs in der freien Wirtschaft übernahm, geriet Dunja Hayali in die Kritik - nun will die ZDF-Journalistin genauer prüfen, für wen sie nebenher tätig wird.

Dunja Hayali
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Dunja Hayali


Die wegen Nebentätigkeiten kritisierte Moderatorin Dunja Hayali will ihre Arbeit außerhalb des ZDF "noch selbstkritischer prüfen" - das schrieb sie in einer ausführlicheren Erklärung in den sozialen Medien. Das NDR-Medienmagazin "Zapp" hatte zuvor über die Moderationsauftritte der 44-Jährigen bei Veranstaltungen von Firmen und Organisationen wie etwa der Deutschen Automatenwirtschaft berichtet.

Hayali ist eines der Gesichter des ZDF-Morgenmagazins, hat eine eigene Talkshow und führt ab Samstag auch durch "Das aktuelle Sportstudio". Sie betonte in ihrer Erklärung, beim ZDF freie Mitarbeiterin zu sein, also keine Festanstellung zu haben. "Ich zeige meinem Sender an, wenn ich für andere tätig werde."

Neben ihrer Arbeit beim ZDF moderiere sie "im Schnitt zweimal pro Monat Podiumsdiskussionen oder andere Formate". Anders als das einige Schlagzeilen suggerierten, handele es sich nicht um Werbeauftritte. Oft seien diese auch ehrenamtlich oder sie bitte darum, das vorgesehene Honorar zu spenden.

"Das bedaure ich sehr"

Im Rahmen des "Zapp"-Beitrags von vergangener Woche hatte Hayali bereits Stellung zu ihren Nebentätigkeiten genommen: "Ich sehe für meine Person keinen Interessenkonflikt, solange ich auf der Bühne bei jeder Fachtagung, bei jedem Fachkongress das tue, was ich auch sonst tue: kritischen Journalismus, unabhängig, fair, respektvoll, den Finger in die Wunde legend."

Der Journalismusprofessor Volker Lilienthal hatte im selben Beitrag darauf hingewiesen, dass es sich bei bezahlten Auftritten mit vorgegebenen Themen und Gesprächspartnern in einem nicht-öffentlichen Raum nicht um Journalismus handeln könne. Diese Anmerkung scheint sich Hayali besonders zu Herzen genommen zu haben: In ihrem aktuellen Statement erklärte sie, es sei ihr "bewusst, dass es einen Unterschied gibt zwischen unabhängiger journalistischer Arbeit und einer Tätigkeit für einen anderen Auftraggeber".

Hayali schrieb außerdem: "Die entstandene Diskussion hat mir deutlich vor Augen geführt, dass durch die Auftritte jenseits meiner Sendungen der Eindruck von Befangenheit oder Abhängigkeit entstehen kann. (...) Die Wirkung habe ich selbst unterschätzt. Das bedaure ich sehr." Die Debatte gehe ihr nahe, so Hayali. "Mir hat sie klargemacht, wie extrem hoch die Ansprüche an mich sind."

hpi/dpa



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