Berlin: Investor entfernt weitere Teile aus East Side Gallery

Arbeiten an der East Side Gallery: Mauerstücke entfernt Zur Großansicht
dapd

Arbeiten an der East Side Gallery: Mauerstücke entfernt

Niemand hat die Absicht, eine Mauer abzureißen? Als angeblich "temporäre Maßnahme" sind in Berlin erneut Betonteile aus der East Side Gallery entfernt worden. Bürgermeister Klaus Wowereit kritisiert den Investor und spricht von einem Affront.

Berlin - Trotz laufender Verhandlungen sind am Mittwoch in Berlin erneut Betonteile aus der East Side Gallery, dem längsten erhaltenen Abschnitt der Berliner Mauer, entfernt worden. Der Investor, der hinter der Mauer ein Wohnhaus baut, nannte dies eine lediglich "temporäre" Maßnahme. Ein Sprecher des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) sprach hingegen von einem "Affront gegen alle, die einen vertretbaren Kompromiss suchen".

Gegen fünf Uhr morgens hatte der Bauinvestor Living Bauhaus vier Segmente der Mauer entfernen lassen. Die rund sechs Meter breite Öffnung wurde durch ein Tor geschlossen. Diese vorübergehende Maßnahme sei nötig geworden, "weil in den Gesprächen mit Senat, Bezirk und den Investoren des Nachbargrundstücks keine Alternative gefunden werden konnte", erklärte der Geschäftsführer von Living Bauhaus, Maik Uwe Hinkel. Die Öffnung werde als "Baustellenzufahrt" benötigt. Die Mauerteile sollten nach Abschluss der Bauarbeiten wieder eingesetzt werden.

Seit Anfang März hatte es Proteste gegen das Schlagen neuer Löcher in die East Side Gallery im Stadtteil Friedrichshain gegeben. Der Bauherr setzte daraufhin die Arbeiten zunächst aus. Ursprünglich sollten 22 Meter der East Side Gallery abgetragen werden, um den Zugang zu dem geplanten Wohnhaus hinter dem Teilabschnitt der Mauer zu schaffen.

Wowereit hatte sich in den Konflikt eingeschaltet und nach Aussagen seines Sprechers noch am Dienstag "eine Reihe von Gesprächen" mit Beteiligten geführt. "Der Investor hat offenbar versucht, in dem Fall Fakten zu schaffen", sagte Wowereits Sprecher am Mittwoch. Das sei "kein Zeichen von Kooperationsbereitschaft".

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Die Initiative "Mediaspree versenken" hatte am Morgen Proteste gegen den Abriss weiterer Stücke angekündigt, die jedoch zunächst ausblieben. Die Polizei hatte zunächst 250 Einsatzkräfte vor Ort, die am Morgen jedoch nach und nach abgezogen wurden, wie ein Polizeisprecher sagte. Nach seinen Angaben ist für Donnerstagnachmittag eine Demonstration an der Mauer angemeldet.

Die East Side Gallery ist der längste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer. Er wurde seit 1990 von Künstlern mit großformatigen Wandbildern bemalt und zieht jedes Jahr hunderttausende Touristen an. Der Abschnitt steht unter Denkmalschutz. An mehreren Stellen gibt es allerdings bereits Öffnungen, um Zugänge zur Spree zu ermöglichen.

sha/AFP

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