Ebay-Gründer Pierre Omidyar 100 Millionen Dollar gegen Fake News

Er will investigativen Journalismus unterstützen und gegen gefälschte News vorgehen: Milliardär und Ebay-Gründer Pierre Omidyar spendet 100 Millionen Dollar an verschiedene Netzwerke.

Pierre Omidyar
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Ebay-Gründer Pierre Omidyar spendet 100 Millionen Dollar für investigativen Journalismus sowie den Kampf gegen gefälschte News und Hassrede im Netz. "Es ist wichtig, jetzt zu handeln, damit gefährliche Trends nicht zur Norm werden", sagte ein Verantwortlicher der Stiftung Omidyar Network der "Washington Post" am Mittwoch.

Das Geld soll verschiedenen Netzwerken zugute kommen. 4,5 Millionen Dollar gehen an den Journalisten-Zusammenschluss ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists), der im vergangenen Jahr den Skandal um die " Panama Papers" aufgedeckt hatte. ICIJ will mit dem Geld mehr Reporter und Programmierer einstellen.

Unter den weiteren ersten Spendenempfängern sind die gegen Antisemitismus kämpfende Anti-Defamation League aus Washington und die Latin American Alliance for Civic Technology, die mehr Bürger-Beteiligung und Transparenz in Lateinamerika erreichen will.

Das Omidyar-Network hat nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren 220 Millionen Dollar für mehr Regierungstransparenz gespendet. Unter anderem unterstütze es 2013 die Gründung der Nachrichten-Website "The Intercept", die der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald führt.

Erst gestern war bekannt geworden, dass der US-Milliardär George Soros das deutsche Recherchebüro Correctiv mit 100.000 Dollar für das Richtigstellen von unwahren Berichten im Internet unterstützt.

kae/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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akkzent 05.04.2017
1. Währen unsere Regierungen schlafen ...
... statt gegen die Demokratie unterwandernden Internetstilblüten vorzugehen, ist es wirklich begrüssenswert, dass Ebay-Gründer Pierre Omidyar 100 Millionen Dollar für den Kampf gegen gefälschte News und Hassrede im Netz spendet. Die 100.000 Dollar von US-Milliardär George Soros halte ich hingegen nur für preiswerte Eigenwerbung.
Fxxx 05.04.2017
2. Nachahmer bitte vor!
Schön ist dass hier Angelegenheiten mit einer Hebelwirkung unterstützt werden und nicht nur Symptome bekämpt werden. Möge sich die globale Geldelite eine Scheibe davon abschneiden!
noch_ein_forenposter 05.04.2017
3. Demokratie unterwandernd?
Zitat von akkzent... statt gegen die Demokratie unterwandernden Internetstilblüten vorzugehen, ist es wirklich begrüssenswert, dass Ebay-Gründer Pierre Omidyar 100 Millionen Dollar für den Kampf gegen gefälschte News und Hassrede im Netz spendet. Die 100.000 Dollar von US-Milliardär George Soros halte ich hingegen nur für preiswerte Eigenwerbung.
Geht es noch eine Stufe dramatischer? Ich halte das Ganze für einen völlig übertriebenen Hype. Wenn eine Äußerung im Internet strafrechtlich relevant ist, kann man schon seit jeher eine Anzeige machen. Und gegen die sogenannten "Fake News" kann man sowieso nichts machen - es sei denn, man führt Zensur ein. Abgesehen davon verbreiten die üblichen Medien auch genügend Fake News bzw. schreiben tendenziöse Artikel. Neue Gesetze sind völlig unnötig, aber gerade im Wahljahr kann die Politik damit schön zeigen, dass sie was tut.
adal_ 05.04.2017
4. Preiswerte Eigenwerbung :-)
Zitat von akkzent... statt gegen die Demokratie unterwandernden Internetstilblüten vorzugehen, ist es wirklich begrüssenswert, dass Ebay-Gründer Pierre Omidyar 100 Millionen Dollar für den Kampf gegen gefälschte News und Hassrede im Netz spendet. Die 100.000 Dollar von US-Milliardär George Soros halte ich hingegen nur für preiswerte Eigenwerbung.
Das dürfte das gemeinnützige "Recherchezentrum Correctiv" (Initialstifter Brost-Stiftung, weitere Förderer Rudolf Augstein Stiftung, Schöpflin-Stiftung und bpb) anders sehen. Die nehmen auch gerne Kleckerlesbeträge: ...Wenn uns 5.000 Menschen mit einer monatlichen Spende dauerhaft unterstützen, ist aus unserer Sicht CORRECTIV fest in der Medienlandschaft verankert... (https://correctiv.org/correctiv/) Soros beteibt übrigens noch weitere "preiswerte Eigenwerbung" U,a. gibt er 7 Milliarden USD für Bill Gates' The Giving Pledge Kampagne. :-)
adal_ 05.04.2017
5. Das Menschenrecht auf unwidersprochenen Schwachsinn :-)
Ja, das ist unerhört. Bislang konnte jeder Hinz und Kunst mit beliebig erfundenem Schwachsinn im Netz reussieren. Neuerdings muss er doch glatt mit seriös recherchierten Widerworten rechnen. Das geht natürlich gar nicht - einem armen anonymen Netznutzer widersprechen und das auch noch gut begründet. Widersprechen ist Zensu, ist Mundtotmachen und dagegen müssen Sie unbedingt vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klagen. :-)
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