Einigung in New York Picasso-Gemälde kommen nicht zurück nach Berlin

Einigung kurz vor Prozessbeginn: Zwei Picasso-Bilder, um die es einen Rechtsstreit zwischen den Erben eines jüdischen Bankiers aus Berlin und New Yorker Museen gab, bleiben in den USA. Der Richter kritisierte, dass die Öffentlichkeit nun nicht die wahre Geschichte der Bilder erfahren werde.


New York - Zwei wertvolle Picasso-Gemälde, die seit Jahren in New York hängen, werden nicht an die Erben eines jüdischen Berliner Bankiers zurückgegeben. Die Erben einigten sich mit dem New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) und dem Guggenheim Museum unmittelbar vor Beginn eines Prozesses am Montag auf einen Kompromiss.

Es sei nun kompletter Frieden zwischen den Museen und den Erben hergestellt, sagte Anwalt Gregory Joseph, der die Erben vertritt. Die Details der Einigung seien vertraulich. Die Museen betonten jedoch in einer gemeinsamen Erklärung, "der weitere Besitz dieser Meisterwerke durch die Museen stellt sicher, dass sich die Öffentlichkeit - einschließlich Millionen Besucher, Studenten und andere - auch in den kommenden Generationen daran erfreuen kann."

US-Distrikt-Richter Jed Rakoff hatte vergangene Woche beschlossen, dass die Familie des 1935 verstorbenen Paul von Mendelssohn-Bartholdy, genügend Beweise zusammen getragen hat, um vor Gericht zu ziehen. Nach der Einigung kritisierte der Richter, dass die nicht-öffentliche Einigung von Erben und Museen es der Öffentlichkeit nicht erlaube herauszufinden, was es mit der Geschichte der Bilder auf sich habe. "Ich finde es außerordentlich unglücklich, dass die Öffentlichkeit außen vor gelassen wird ohne die Wahrheit über die Bilder zu erfahren", sagte Rakoff.

Bei den Werken von Pablo Picasso (1881-1973) handelt es sich um "Junge mit Pferd" und "Die Mühle von La Galette". Die beiden Bilder, die Picasso Anfang des 20. Jahrhunderts gemalt hat, waren 1934 oder 1935 an den jüdischen Kunsthändler Justin Thannhauser verkauft worden.

Die Erben des Bankiers Paul von Mendelssohn-Bartholdy vertraten die Ansicht, ihr Vorfahre habe sich während des Nationalsozialismus "verfolgungsbedingt" von den Gemälden trennen müssen. Sie forderten deshalb die Rückgabe der je rund 200 Millionen Dollar teuren Bilder. Der Sprecher der Erben und Großneffe des Bankiers, der Potsdamer Historiker Julius Schoeps, hatte dies als eine Frage der Gerechtigkeit bezeichnet. Die Museen lehnten die Forderung bislang ab und wollten gerichtlich feststellen lassen, dass sie die rechtmäßigen Eigentümer der Bilder sind.

sac/dpa/Ap/Reuters



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