Eisbärbaby Knut Berliner Zoo zwingt Journalisten zu positiver Berichterstattung

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich der Berliner Zoo derzeit nicht beschweren, Knut sei Dank. Trotzdem versucht man dort per Knebelvertrag, die Presse zu positiver Berichterstattung zu zwingen.


Berlin - Um Zugang zum Pressebereich auf der Internetseite des Berliner Zoos zu bekommen, müssen sich Journalisten mit einem besonderen Passus einverstanden erklären. Damit verpflichten sie sich vertraglich, die dort zur Verfügung gestellten "Materialien nicht für Darstellungen zu verwenden oder zu überlassen, die die Zoologischer Garten Berlin AG oder ihre Mitarbeiter in einem ungünstigen Licht erscheinen lassen".

Attraktion "Cute Knut": Der Berliner Zoo verlangt ausnahmlos positive Berichterstattung
AP

Attraktion "Cute Knut": Der Berliner Zoo verlangt ausnahmlos positive Berichterstattung

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert nun umgehend eine Änderung der aufgestellten Nutzungsbedingungen. "Der Berliner Zoo hat nicht das Recht, in die Freiheit der Berichterstattung einzugreifen", kommentierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken den beanstandeten Vertrag. Im Zuge der Berichterstattung über den kleinen Eisbären Knut, komme dem Berliner Zoo momentan eine weltweite Sympathiewelle entgegen. Von daher sei die Forderung nicht nachvollziehbar. "Der Berliner Zoo muss künftig alle Versuche unterlassen, die Berichterstattung zu steuern", sagte weiter.

Beim Berliner Zoo war auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE keine Stellungnahme zu bekommen.

hae/AP



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