Eklat um "Schmidt & Pocher" Senderchef rügt Nazi-Witze

Wegen Nazi-Witzeleien in der ersten Show von Schmidt & Pocher übt SWR-Intendant Peter Boudgoust jetzt harsche Kritik an den beiden. Die israelitische Religionsgemeinschaft unterstützt den Senderchef.


Und schuld an allem ist Eva Herman. In Anlehnung an deren Abgang aus der ZDF-Talkshow von Johannes B. Kerner hatten Schmidt und Pocher in ihrer ersten Sendung am 25. Oktobermit Hilfe eines "Nazometers" getestet, welche Begriffe durch den Nationalsozialismus belastet sind. Dabei kalauerte Pocher, er habe zuhause "einen Gasherd", später sprach er vom "Duschen". In beiden Fällen schlug das Gerät heftig aus.

Pocher und Schmidt: Ärger wegen Nazi-Scherzen
ARD

Pocher und Schmidt: Ärger wegen Nazi-Scherzen

SWR-Intendant Peter Boudgoust fand das offenbar nicht komisch: "Ein solches lustvolles Überschreiten von Grenzen darf es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht geben". Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten" in ihrer Samstagausgabe. Die Äußerung fiel in einer Sitzung des Landesrundfunkrates am Donnerstag, wie der Sender auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP sagte.

Laut "Stuttgarter Nachrichten" protestierte auch die Israelitische Religionsgemeinschaft gegen Schmidt & Pocher. "Das muss Folgen haben und darf nicht mehr vorkommen", zitiert die Zeitung deren Vertreter Majid Khoshlessan. Es sei nicht hinnehmbar, dass ein gebührenfinanzierter Sender auf diese Weise mit der Naziideologie spaße.

Weiter heißt es in dem Bericht, der Landesrundfunkrat habe Khoshlessan seine Unterstützung zugesagt und Intendant Boudgoust beauftragt, den Vorfall bei der Intendanten-Tagung am 19. und 20. November in Bremen zur Sprache zu bringen. "Wir müssen das thematisieren. Eine solche Überschreitung der Grenzen will ich kein zweites Mal erleben", sagte Boudgoust. Die Darbietung sei eine Geschmacklosigkeit gewesen.

tdo/AP



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