Elbphilharmonie-Debakel Prestigebau wird noch später fertig

Deutschlands ewige Groß-Kulturbaustelle sorgt erneut für Negativ-Schlagzeilen: Die Fertigstellung der Hamburger Elbphilharmonie wird sich weiter verzögern - dieses Mal um ein knappes Jahr. Der Baukonzern Hochtief lehnt dafür allerdings jede Verantwortung ab.

Elbphilharmonie in Hamburg: Und noch ein Jahr Bauzeit
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Elbphilharmonie in Hamburg: Und noch ein Jahr Bauzeit


Hamburg - Und noch ein paar Monate später, ist ja jetzt auch egal: So in etwa dürften gelassene Gemüter die neue Hiobsbotschaft um die Hamburger Elbphilharmonie aufnehmen, nach der sich die Fertigstellung des Prestigebaus um ein weiteres knappes Jahr verzögern wird.

Laut einem neuen Terminplan des Baukonzerns Hochtief soll das gigantische Konzerthaus nun erst im November 2013 fertig gestellt werden, berichtete die städtische Realisierungsgesellschaft (ReGe) am Donnerstag. Der eigentliche Konzertsaal soll im Juni 2013 übergeben werden. "Das sind schlechte Nachrichten", sagte ReGe-Chef Heribert Leutner. Bislang sei er davon ausgegangen, dass das gesamte Gebäude im Januar 2013 fertig sein werde.

Hochtief bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd, dass ein "Terminplan mit vielen Einzelvorgängen" an die ReGe Hamburg als Bauherrin übergeben wurde. "Darin prognostizieren wir unter anderem eine längere Bauzeit", teilte Sprecher Bernd Pütter mit. "Die Gründe für die Veränderungen sind vielfältig und nicht von Hochtief zu vertreten." In Kürze werde dazu Stellung genommen.

Die Erstellung des Terminplans war Inhalt eines Rechtsstreits zwischen Hochtief und der Hansestadt Hamburg. Im Dezember vergangenen Jahres entschied das Landgericht Hamburg, dass der Bauträger einen Detailplan über den Baufortschritt vorlegen müsse.

Die Elbphilharmonie ist seit Jahren Streitobjekt in Hamburg. Die Bürgerschaft bewilligte bisher 323,5 Millionen Euro für das Vorhaben. Ursprünglich waren 77 Millionen Euro veranschlagt worden. Auch der Eröffnungstermin hat sich seit der Grundsteinlegung im April 2007 immer wieder verschoben. Zuletzt hieß es, das Konzerthaus in der Hafencity solle Anfang 2013 eröffnet werden.

Erst vor kurzem hatte das Projekt für Negativ-Schlagzeilen gesorgt, weil der Verband der deutschen Konzertdirektionen (VDKD) die Stadt Hamburg verklagt. Nach Ansicht des VDKD sorge die Kommune als Veranstalter der Elbphilharmonie-Konzerte für Wettbewerbsverzerrungen sorge.

tdo/dpa/dapd



insgesamt 5 Beiträge
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rohanseat 17.03.2011
1. abbestellen
Der neue senat und die bürgerschaft in Hamburg sollte diesen wahnsinn "elb-desaster" sofort beenden.Das wäre3 courage für den bürger der das nicht mehr verstehen kann und will. Die dann entstehende bauruine als ständige mahnung für kommende bürger aber noch wichtiger die bürgerschaft erhalten.-Wer hat denn von diesem bau noch einen nutzen.-Oder wie die helden aus BÜTTENWARDER sagen -nennwert.!
opitz, 17.03.2011
2. Nu mal nicht so kleinlich!
Mal so gesehen: die laengere Bauzeit bzw. die hoeheren Kosten dafuer gehen ja zum groessten Teil an die Bautraeger und -unternehmen. Und da diese ja wohl hoffentlich keine rumaenischen schwarzarbeiterkolonnen beschaeftigen - immerhin steckt ja oeffentliche Knete drin, da wird ja wohl jemand mal nachsehen - bedeutet das ja wohl ehrliche Arbeit fuer ehrliche Arbeiter?! Und wenn der Arbeiter nu auch noch aus Moorburg oder Altona kommt, kommt das Geld je schoen wieder zurueck... (zumindest die Wurstbuden am Vorsetzen haben jetzt gute Umsaetze, moecht' ich wetten...) Uns sollst mal sehen: das Ding steht ja 100-200 Jahre be guter Pflege und wen nix dazwischenkommt - aber schon in 10 Jahren guckt keiner mehr auf die Rechnung, sondern freut sich an einem der schoenstgelegenen Musentempel Deutschlands, wenn nicht darueber hinaus...! Ich hoffe nur, die Bude klingt auch...!
tradtke 17.03.2011
3. Ach ja, die ElbPhi...
Nun mal nicht kleinlich werden. Verglichen mit der Kostensteigerung (Planung 77 Mio vs. genehmigte 323,5 Mio bisher) von maximal 420% ist doch die Zeitüberschreitung (Grundsteinlegung 02.04.2007, geplante Eröffnung Sommer 2010, nun November 2013) mit mindestens 192% doch recht moderat. Hauptsache am Ende wird das Haus schön und von Weltrang! Gegenüber der bisher in die Hafencity erbrochenen Architektur, kann die Elfi eigentlich nur als wahres Leuchtturmprojekt da stehen. Als Warnzeichen an Alle, sich von dieser Verschandlung des Hamburger Stadtbildes möglichst weit fernzuhalten. So wie es sich für ein gutes, nautisches Warnzeichen gehört.
n13l5 17.03.2011
4. Privatinteressen immer frecher in Deutschland... bald haben wir hier klein-america
aus dem Artikel: "Nach Ansicht des VDKD sorge die Kommune als Veranstalter der Elbphilharmonie-Konzerte für Wettbewerbsverzerrungen..." Man ueberlege sich mal die Galle mit der Privatinteressen es in Deutschland wagen gegen Oeffentliche Interessen vorzugehen. Die sollten froh sein das man ihnen erlaubt ihr Geschaeft so zu betreiben wie sie moechten und nicht versuchen Private Veranstaltungs Angebote zum quasi Monopol zu machen, in dem sie Wettbewerbsverzerrung beklagen, wenn eine Stadt wie Hamburg sich auch mal eine Einnahmequelle erschliesst. Genug mit der Jammerei von "zu viel Staat" nur damit sich wie immer Privatleute auf kosten der Oeffentlichkeit bereichern koennen. "Dem Deutschen Volke" war wohl mal ein schoenes Maerchen, wo Elektrizitaet, Wasser, Bahnen, Post der Allgemeinheit gehoerten. Seit jegliche hergelaufenen Regierungshampelmaenner den Besitz des Volkes verramschen und sich dann noch die Industrie auf der Nase herumtanzen lassen, weil die ja immer schoen mit Jobverlusten drohen kann, wenn man nicht pariert ist Deutschland nur noch eine leere Huelle, eine Mogelpackung von beinahe Amerikanischer Dimension.
hesvaha 18.03.2011
5. Konnten wir uns auch nicht vorstellen !!!
Zitat von sysopDeutschlands*ewige Groß-Kulturbaustelle sorgt*erneut für Negativ-Schlagzeilen: Die Fertigstellung der Hamburger Elbphilharmonie wird sich*weiter verzögern - dieses Mal um ein knappes Jahr. Der Baukonzern Hochtief*lehnt dafür allerdings jede Verantwortung ab. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,751607,00.html
Tja- das konnten wir uns auch nicht vorstellen, dass ein Festpreis ein Tzunamipreis ist. Haben sie schon mal auf der WebCam der Baustelle Handwerker gesehen, da brauchen Sie schon etwas Geduld ! Immer das gleiche - keiner übernimmit VERANTWORTUNG. Wäre wohl anders gelaufen, hätte Ole für den Festpreis bürgen müssen. Dann wäres vorbei mit Sylt und er hätte noch weiterarbeiten müssen.
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