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30. Dezember 2012, 17:27 Uhr

Mehrwertsteuer

Elbphilharmonie wird noch teurer als bisher bekannt

Bei der Hamburger Elbphilharmonie droht nach Informationen des SPIEGEL eine weitere Kostensteigerung. Der Grund mutet trivial an: Auf den gerade erst vereinbarten Festpreis muss noch die Umsatzsteuer aufgeschlagen werden. Es geht um Millionen von Euro.

Hamburg - Gerade erst hatte sich Hamburg mit dem Baukonzern Hochtief auf einen Preis geeinigt, zu dem das pannengeplagte Konzerthaus Elbphilharmonie endlich fertigebaut werden soll - und dabei Mehrkosten von 198 Millionen Euro in Kauf genommen. Nun stellt sich heraus: Der vom Hamburger Senat genannte "Pauschalfestpreis" von 575 Millionen Euro könnte abermals steigen.

Denn nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich bei den 575 Millionen Euro um den Nettopreis - hinzu kommt die Umsatzsteuer von nominal 19 Prozent. Ein Sprecher der Hamburger Kulturbehörde räumte dies ein, zu erwarten seien aber nur Mehrkosten "im einstelligen Millionenbereich". Genaues könne er nicht sagen, die steuerliche Lage sei "sehr kompliziert", auch weil es sich bei der Betreibergesellschaft um eine gemeinnützige GmbH handele; zudem sei die Einstufung der zusätzlichen Kosten durch das Finanzamt noch unklar.

Nach Informationen des SPIEGEL gibt es allerdings begründete Zweifel, ob es tatsächlich bei einem einstelligen Millionenbetrag bleibt. Als der Senat im Dezember 2008 die Mehrkosten für Bauleistungen und Generalplaner mit 157 Millionen Euro berechnete, kalkulierte er nämlich zusätzliche Umsatzsteuerzahlungen von 22 Millionen Euro ein, wie es in einer Bürgerschaftsdrucksache heißt. "Für die jetzt in der Festpreis-Vereinbarung genannten 198 Millionen Mehrkosten müssten bei gleichem Rechenmodus rund 27 Millionen veranschlagt werden", sagt Norbert Hackbusch, Haushaltsexperte der Linken-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, dem Parlament des Stadtstaats.

Die Elbphilharmonie wäre dann mehr als 600 Millionen Euro teuer. Das Konzerthaus in der Hamburger HafenCity wird seit April 2007 nach Plänen des Basler Architektenbüros Herzog & de Meuron gebaut. Als die Stadt im Jahr 2005 den Bau der Elbphilharmonie beschlossen hatte, war der Senat von Kosten in Höhe von 77 Millionen Euro ausgegangen.

Seit Jahren streiten sich die Stadt und der Essener Baukonzern Hochtief über explodierende Kosten und Zeitverzögerungen beim Bau der Elbphilharmonie. Seit einem Jahr ruhen die Bauarbeiten nahezu vollständig. Abnahmereif fertiggestellt werden soll das Konzerthaus nach neuer Planung bis zum 31. Oktober 2016; die Eröffnung ist für Frühjahr 2017 geplant.

ric

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