Hamburg - Ist der Dauerstreit über die Elbphilharmonie nun beendet? Kurz vor Ablauf eines zweiten Ultimatums haben sich die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief nach Medienberichten geeinigt: Die Stadt wird das Konzerthaus gemeinsam mit dem Essener Baukonzern zu Ende bauen. Die drohende Kündigung der Verträge sei vom Tisch, berichten das "Hamburger Abendblatt" und der Radiosender NDR 90,3. Die Einigung solle am Donnerstag verkündet werden.
Dem "Abendblatt" zufolge sagte Hochtief zu, das umstrittene Dach bis Ende des Jahres fertigzustellen. Über die Dachkonstruktion streiten sich der Senat und Hochtief seit Monaten, weil sie unterschiedlicher Ansicht über die Sicherheit des Tragwerks sind. Die Dachkonstruktion allein wiegt rund 2000 Tonnen.
Als neuer Fertigstellungstermin für die Elbphilharmonie wurde Mitte 2015 vereinbart.
Bereits im Mai hatte Hochtief kurz vor Ablauf eines ersten Ultimatums angekündigt, das Dach weiterzubauen. Doch der Konzern zweifelte weiter an der Statik, weitere Verhandlungen verliefen erfolglos - der Bau wurde nicht fortgesetzt. Am Ende setzte die Stadt ein neues Ultimatum: den 4. Juli. Danach werde man definitiv entscheiden, ob man mit Hochtief weiterbaue.
Offenbar wurde bis zur letzten Minute verhandelt. Eine gemeinsame Stellungnahme der beiden Streitparteien war am Mittwoch überraschend um einen Tag verschoben worden. Die Stadt hatte mit der Kündigung aller Verträge gedroht, sollte sich Hochtief nicht bereiterklären, die Arbeiten am Dach des Konzertsaals wieder aufzunehmen. Die Tätigkeiten auf der Baustelle ruhen seit acht Monaten, weil sich die Stadt und Hochtief über die Sicherheit der Dachkonstruktion streiten.
Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) forderte von Hochtief eine bedingungslose Zusage, das Saaldach zu Ende zu bauen. Außerdem müsse das Schiedsgerichtsverfahren, dem Hochtief zu einem früheren Zeitpunkt bereits zugestimmt habe, endlich auf den Weg gebracht werden. Es soll sämtliche Rechtsstreitigkeiten um Mehrkosten und Bauzeitverlängerungen klären.
Seit Jahren streiten sich die Stadt Hamburg und Hochtief um das spektakuläre Bauwerk. Zunächst sollte das Konzerthaus 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Mittlerweile liegen die Kosten für den Steuerzahler bei mindestens 323 Millionen Euro.
seh/dpa
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