Étienne Terrus Hälfte der Bilder in französischem Museum gefälscht

Das kleine Städtchen Elne in Frankreich macht große Schlagzeilen: In dem Museum des Malers Étienne Terrus wimmelt es von Fälschungen. Mehr als die Hälfte der ausgestellten Werke sind betroffen.

Besucher im Museum Terrus
AFP

Besucher im Museum Terrus


Ein Kunstexperte hatte Zweifel an der Echtheit der im Museum Terrus im südfranzösischen Elne ausgestellten Bilder geäußert, inzwischen besteht Gewissheit: 82 der Werke des Malers Étienne Terrus sind gefälscht - und damit mehr als die Hälfte der gesamten Kunstschau.

Terrus war 1857 in Elne geboren und 1922 in dem Örtchen in den französischen Pyrenäen gestorben. Die meiste Zeit seines Lebens hatte der Künstler jedoch in Roussillon gelebt. Er war ein Freund des berühmten Malers Henri Matisse. Terrus' kleine Heimatstadt mit weniger als 9000 Einwohnern hatte dem Künstler zu Ehren in den neunziger Jahren ein Museum errichtet. Durch den aktuellen Skandal dürfte es erstmals größere Bekanntheit erlangen.

Am Freitag hatte das Museum nach der Renovierung erst wieder geöffnet

Der Kunsthistoriker Eric Forcarda hat den Fall vor einigen Monaten ins Rollen gebracht, nachdem er das Museum wegen seiner Zweifel an der Echtheit der Bilder kontaktiert hatte. Die Leitung hatte daraufhin eine Kommission mit der Prüfung beauftragt, die zu der Erkenntnis kam, dass 82 der insgesamt 140 ausgestellten Bilder nicht von Terrus selbst kamen.

Die Nachricht über die Fälschung wurde am Freitag bekanntgegeben - just an dem Tag, an dem das Museum nach einer Renovierung wieder seine Türen geöffnet hatte. In Interviews entschuldigt sich der Bürgermeister von Elne, Yves Barniol, bei den bisherigen Besuchern des Museums. Man werde den Betrug nun aufklären. Außerdem soll Anzeige gegen die Urheber und Verkäufer der gefälschten Kunstwerke erstattet werden. Das Museum hatte die Werke über 20 Jahre hinweg zusammengekauft.

Auch die lokale Polizei ermittelt nach Angaben des britischen Rundfunksenders BBC. Die Behörde befürchtet, dass der Betrug auch andere Künstler aus der Region betreffen könnte.

yes

Mehr zum Thema


insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dr.repthill 28.04.2018
1. Roussillon ist nicht gleich Roussillon.
Étienne Terrus lebte, mit Ausnahme seiner Pariser Lehrjahre, nur in Elne, welches in, Zitat Wikipedia:" Das Roussillon [ʀusiˈjɔ̃] (katalanisch Rosselló) ist eine alte Kulturlandschaft und eine historische Provinz im Süden Frankreichs. Das Gebiet entspricht etwa dem heutigen Département Pyrénées-Orientales mit der Großstadt Perpignan als Hauptort.", liegt!
gersois 28.04.2018
2. Örtchen in den französischen Pyrenäen?
Elne liegt südlich von Perpignan ca. 5 km von der Küste entfernt. Das ist kein Ort in den Bergen, wie ihre Beschreibung suggeriert. Allerdings liegt es im Département Pyrénées-Orientales.
unallengua 28.04.2018
3.
Wie oben bereits gesagt: Sie haben ein kleines géographie problem. Ich gebe zu es ist etwas schwierig zu verstehen. Das département Pyrénées Orientales besteht zu einem grossem Teil aus dem Roussillon. Die Berg Kantone gehören NICHT zum Roussillon. Elne schon. Oder gehörte., da seit der kürzlichen gebietsreform das Languedoc- Roussillon nicht mehr existiert. Im ganzen kann man allerdings durchaus sagen das das hier nord Catalunya ist. Kompliziert, ich weiss. Hat etwas mit dem sogenannten Pyrénéen frieden zu tun. Wenn Sie also schreiben das der Künstler zwar in Elne geboren wurde, dann aber im Roussillon gelebt hat, ist das absurd, da Elne im jetzt nicht mehr existierenden Roussillon sich befindet. Ein bisschen so wie Altona, das ja "bis vor kurzem" ja auch zu Dänemark gehört hat. Man sollte seine Kenntnisse schon manchmal etwas actualisieren, denke ich?.
ldom 28.04.2018
4. nicht überraschend
der Modigliani "Nu couché (sur le côté gauche)" der auf 150 Mio geschätzt wird und demnächst versteigert werden soll ist nie und nimmer von Modigliani.
at.engel 28.04.2018
5.
"Auch die lokale Polizei ermittelt nach Angaben des britischen Rundfunksenders BBC...." Da der SPIEGEL ja anscheinend seine Informationen über London bezieht - ich nehme mal an, weil in der Redaktion niemand mehr ausreichend Französisch kann, schleichen sich da natürlich des öfteren "kleinere Fehler" ein... um das mal höflich auszudrücken. Wobei das hier ja noch harmlos ist - ich habe hier schon heftigere Dinge gelesen. Der Roussillon ist ansonsten übrigens sowohl rein geographisch ein Gebiet wie auch historisch - bis zur Revolution war das eine eigenständige Provinz. Das heißt auch wenn die Region (Languedoc-Roussillon) als solche seit Januar 2016 nicht mehr existiert, den Roussillon wird es auch weiterhin geben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.