Bayreuther Festspiele Wagner-Pasquier gibt Festivalleitung ab

Geschwistertrennung in Bayreuth: Eva Wagner-Pasquier steigt 2015 aus der Leitung der Festspiele aus. Sie regiert den Grünen Hügel derzeit gemeinsam mit Halbschwester Katharina. Gründe für ihren Rückzug nannte sie nicht.

Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner bei einer Pressekonferenz 2012: Künftig Beraterin statt Chefin
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Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner bei einer Pressekonferenz 2012: Künftig Beraterin statt Chefin


Bayreuth/Hamburg - Eva Wagner-Pasquier zieht sich aus der Leitung der Bayreuther Festspiele zurück. Festspielsprecher Peter Emmerich bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des "Nordbayerischen Kuriers". Die 68-Jährige habe "die Gesellschafter darum gebeten, von 2015 an als Beraterin und nicht mehr in der Geschäftsführung tätig zu sein", so Emmerich.

Über die Gründe für ihren Rückzug machte Wagner-Pasquier laut "Nordbayerischem Kurier" keine Angaben. Beobachter gehen davon aus, dass Katharina Wagner die Festivalleitung künftig allein übernimmt, unterstützt durch den 2012 an Bord geholten Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense, ehemals Chef der Deutschen Oper Berlin. Katharina Wagner sei es jedoch "sehr wichtig", dass ihre Schwester weiterhin bei den Festspielen eingebunden bleibe, sagte Emmerich.

Wagner-Pasquier hatte 2008 gemeinsam mit ihrer Schwester Katharina Wagner den Chefposten auf dem grünen Hügel übernommen. Vorausgegangen war ein längeres Ringen um die Nachfolge des langjährigen Bayreuth-Patriarchen Wolfgang Wagner. Dieser präferierte seine beiden Töchter Eva und Katharina, doch seine Nichte Nike Wagner beanspruchte die Führungsposition ebenfalls. Bei der Wahl des Stiftungsrats setzten sich dann die beiden Halbschwestern durch.

Aufsehen erregte das Führungsduo mit der Ankündigung, dem Künstler Jonathan Meese die Inszenierung des "Parsifal" im Jahr 2016 zu übertragen. 2012 machten die Halbschwestern beim Eklat um die Nazi-Tattoos des russischen Opernsängers Jewgeni Nikitin keine gute Figur. Im vergangenen Jahr inszenierte Theater-Raubein Frank Castorf den "Ring".

seh/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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tschinakl 21.02.2014
1. Hurra!
Der Anfang ist gemacht - jetzt muss bloß noch die Wagner Katharina das Handtuch werfen! Vielleicht erleben wir es ja doch noch und Gerard Mortier übernimmt die Leitung und macht dem Familiendingsbums ein Ende. Die Bayreuther Festspiele wären das einzige Festival in Deutschland von Weltrang - wenn bloß dieser oberpeinliche Clan nicht wäre, der sich einbildet, sein Name allein sei schon ein Qualitäts- und Gütesiegel!
rip_van_winkle 21.02.2014
2. @ Tschinakl
Bayreuth lebt von der direkten, familiären Verbindung zu R. Wagner persönlich. Mag sein, dass die Connection heute langsam strapaziert wird. Doch eine Übergabe an die Mächte der Opernsozialpädagogik - deren Maskottchen Mortier ist - wäre wohl der letzte Sargnagel.
tschinakl 22.02.2014
3. @ rip van winkle
Was aber in Bayreuth zählt bzw. allein zählen sollte, sind Wagners Meisterwerke - bloß dass die anderswo meist kompetenter aufgeführt werden als in der Scheune. Ich denke da z. B . an Thomas Hengelbrocks Originalklang-"Parsifal" in Dortmund - undenkbar in Bayreuth, wo man lieber althergebrachte, wenngleich nicht von Wagner autorisierte Traditonen hegt und pflegt und hätschelt und tätschelt. Ich sage nur: "Kaffeehausvibrato"!
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