Satirikerin Fanny Müller ist tot

Alltagsgeschichten voller Lokalkolorit: Die Schriftstellerin Fanny Müller ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Bekannt geworden war sie durch die Figur der Hamburger Witwe Frau K.


Die Satirikerin und Schriftstellerin Fanny Müller ist tot. Das teilte die Monatszeitschrift "konkret" auf ihrer Homepage mit. Demnach starb Müller bereits am Dienstag. Sie wurde 74 Jahre alt.

Müller wurde 1941 im niedersächsischen Helmste geboren. Sie absolvierte zunächst eine Lehre und studierte später Erziehungswissenschaften und Soziologie. Sie schrieb Kolumnen und Glossen für die Tageszeitung "taz" und das Satiremagazin "Titanic". Einem breiteren Publikum wurde sie besonders durch ihre Bücher bekannt. In ihnen ging es oft um das Alltagsleben von Frau K., einer geschiedenen Witwe, die mit ihrem Dackel Trixi im Hamburger Schanzenviertel lebt.

2005 erhielt Müller für ihre "witzig bösartigen Glossen" den Ben-Witter-Preis. In der Laudatio hob der Journalist und Autor Willi Winkler hervor, dass Müllers Geschichten reich an Lokalkolorit seien: "Frau Müllers Geschichten aus dem Schanzenviertel stehen mustergültig in der Tradition des ambulierenden Ben Witter. Der strich im Regenmantel durch die Kneipen und hörte den Leuten zu. Sie mögen ihm fremd gewesen sein, aber er ließ sie reden und er schrieb mit, was und wie sie redeten."

mka

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insgesamt 2 Beiträge
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maipiu 20.05.2016
1. Ach - !
Tucholsky schrieb in seinem eigenen Nachruf: "Pappa und Mamma sitzen am abgegessenen Abendbrottisch und vertreiben sich ihre Ehe mit Zeitungslektüre. Da hebt Er plötzlich, durch ein Bild von Dolbin erschreckt, den Kopf und sagt: «Denk mal, der Theobald Tiger ist gestorben!» Und dann wird Sie meinen Nachruf sprechen. Sie sagt: «Ach -!»". Und mit ihm würde ich Fanny Müller in eine Reihe stellen.
allessuper 16.05.2017
2. Ja
Zitat von maipiuTucholsky schrieb in seinem eigenen Nachruf: "Pappa und Mamma sitzen am abgegessenen Abendbrottisch und vertreiben sich ihre Ehe mit Zeitungslektüre. Da hebt Er plötzlich, durch ein Bild von Dolbin erschreckt, den Kopf und sagt: «Denk mal, der Theobald Tiger ist gestorben!» Und dann wird Sie meinen Nachruf sprechen. Sie sagt: «Ach -!»". Und mit ihm würde ich Fanny Müller in eine Reihe stellen.
dem Ach bleibt nichts hinzuzufügen. Schon ein Jahr her. Schlafen Sie wohl, Frau Müller. Ich lese Sie so gern.
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