Krawallautor Akif Pirinçci Geldstrafe wegen Beleidigung

Berühmt wurde er als Katzenkrimi-Autor, berüchtigt als umstrittener Skandalpublizist. Jetzt muss Akif Pirinçci 8000 Euro Geldstrafe zahlen. Er hatte die Sexualtheorie eines Professors im Internet als "geisteskrank" bezeichnet.


Bonn - Akif Pirinçci muss wegen Beleidigung eines Uni-Professors 8000 Euro Geldstrafe zahlen. Der 55-jährige Autor habe einen entsprechenden Strafbefehl der Staatsanwaltschaft akzeptiert, wie das Amtsgericht Bonn bestätigte.

Pirinçci hatte den Professor der Biologie und Sozialwissenschaft auf seiner Facebook-Seite heftig beleidigt: Die Sexualtheorie des Wissenschaftlers bezeichnete Pirinçci als "geisteskrank" und "durchgeknallt". Der Forscher mit dem Spezialgebiet Geschlechtertheorie und Sexualisierte Gewalt sei ein "Irrer" und habe "einen Dachschaden", seine Theorie sei ein "Juwel der Dummheit".

Der Professor hatte daraufhin Strafanzeige erstattet. Pirinçci hatte sich zunächst gegen den Vorwurf gewehrt: Es gehe nicht um Beleidigung, sondern um streitbare Äußerungen, die von der Presse- und Meinungsfreiheit gedeckt seien, argumentierte er. Das Gericht sah das anders. Zunächst hatte Pirinçci gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Widerspruch eingelegt. Die Höhe des Strafbefehls wurde per Beschluss des Amtsrichters um ein Drittel gesenkt, ursprünglich waren es 12.000 Euro gewesen.

Wie der "Bonner Generalanzeiger" in Berufung auf die Bonner Staatsanwaltschaft im November berichtete, wurde Pirinçci bereits einmal wegen Beleidigung bestraft. Ende 2013 sei er zu einer Geldstrafe von 4000 Euro verurteilt worden. Wegen des Verdachts der Volksverhetzung stehe der Autor zudem seit einiger Zeit im Visier der Bonner Strafverfolgungsbehörden: Im Zuge seiner Veröffentlichungen im Internet würden Pirinçci islamfeindliche Äußerungen vorgeworfen. Doch dieses Ermittlungsverfahren habe die Staatsanwaltschaft inzwischen vorläufig eingestellt.

Berühmt geworden war Pirinçci als Autor von Katzenkrimis. 2013 hatte er dann mit dem Buch "Deutschland von Sinnen" Aufsehen erregt - darin wütet der Erfinder der populären "Felidae"-Romane gegen Homosexuelle, Migranten und Frauen, indem er versucht, ihre Stellung im öffentlichen Diskurs als überprivilegiert darzustellen.

eth/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.