"Fernseh-Oscars" Tatort-Kommissar auf Grimme-Kurs

Beste Chancen auf einen der begehrten deutschen "Fernseh-Oscars" des Grimme-Instituts hat der Schauspieler Axel Prahl, der in mehreren TV-Filmen und als Münsteraner Tatort-Kommissar überzeugte. Im Bereich Information/Kultur gehören SPIEGEL-TV-Autor Michael Kloft und die ARD-Dokusoap "Schwarzwaldhaus 1902" zu den Favoriten.


Schauspieler Prahl: "Darsteller- persönlichkeit des Jahres 2002"
DDP

Schauspieler Prahl: "Darsteller- persönlichkeit des Jahres 2002"

Marl - Glänzende schauspielerische Leistungen und herausragende politische Dokumentationen stehen im Mittelpunkt der Nominierungen für die diesjährigen Grimme-Preise. 56 Fernsehproduktionen und Fernsehschaffende sind von zwei unabhängigen Nominierungskommissionen für die deutschen "Bildschirm-Oscars" aus insgesamt 620 Vorschlägen ausgewählt worden. Bis zu 14 Preisträger können die Jurys bis März aus dem Kreis der Nominierten auswählen. "Das vergangene Fernsehjahr 2002 war sicher nicht das Spitzenjahr wie 2001 mit der Romanverfilmung "Die Manns"", sagte Grimme-Chef Bernd Gäbler. "Es hat im vergangenen Jahr aber eine Menge hervorragender Filme gegeben."

Als einer der bekanntesten Grimme-Preisträger des vergangenen Jahres ist auch diesmal wieder Entertainer Harald Schmidt mit seiner Late-Night-Show (Sat.1) nominiert. Fünf Beiträge aus dem Unterhaltungssektor und drei Kandidaten beim Wettbewerb "Spezial" steuern die privaten Sender bei.

SPIEGEL-TV-Autor Kloft: "Überdurchschnittliche zeithistorische Dokumentationen"
Lars Hinsenhofen

SPIEGEL-TV-Autor Kloft: "Überdurchschnittliche zeithistorische Dokumentationen"

Auffällig ist der Rückgang großer Filmproduktionen bei den Privaten. RTL habe sich "ganz verabschiedet", Sat.1 die großen Filmen zurückgedreht, meinte Gäbler. Information und Kultur überließen die Privaten fast ganz den öffentlich-rechtlichen Sendern. Lediglich der Autor und Regisseur Michael Kloft von SPIEGEL TV (Sat.1, Vox, XXP) wurde mit seinen "überdurchschnittlichen zeithistorischen Dokumentationen" (u.a. "Das dritte Reich in Farbe", "Der Tramp und der Diktator") für den "Spezial"-Preis nominiert.

Zufrieden waren Juroren und Institut mit Schauspielern und Dokumentatoren. Barbara Rudnik, Corinna Harfouch, Senta Berger, Axel Prahl, Günther Maria Halmer und Hilmar Thate hätten hervorragende Leistungen gezeigt. Unter den Schauspielern hob Gäbler Axel Prahl als "Darstellerpersönlichkeit des Jahres 2002" hervor. In drei nominierten Produktionen "Die Hoffnung stirbt zuletzt" (NDR), "Liebe und Verrat" (ZDF) und "alaska.de" (ORB) spielte er Haupt- und Nebenrollen. Im neuen Münsteraner "Tatort: Der dunkle Fleck" (WDR) sei er auch gemeinsam mit den beiden Autoren Jan Hinter und Stefan Cantz sowie mit Jan Josef Liefers für seine überzeugende Darstellung für den Grimme-Preis "Spezial" nominiert. In dieser Kategorie ebenfalls nominiert ist Günther Maria Halmer, der unter anderem in "Ghettokids" (BR/Arte), "Die innere Sicherheit" (HR/Arte) oder "Bis dass der Tod uns scheidet" (ZDF) überzeugende Leistungen geboten habe.

SWR-Serie "Schwarzwaldhaus 1902": Nominiert im Bereich Information/Kultur
SWR / Schweigert

SWR-Serie "Schwarzwaldhaus 1902": Nominiert im Bereich Information/Kultur

In der Kategorie Unterhaltung sind unter anderem "Blond: Eva Blond!" (Sat.1), "Ohne Worte" (RTL), "Die Hoffnung stirbt zuletzt" (NDR), "Unter Verdacht - Verdecktes Spiel" (ZDF/Arte) sowie die Serien und Mehrteiler "Edel und Starck" (Sat.1), "Operation Rubikon" (ProSieben) und "Berlin, Berlin" (RB/NDR) vertreten. In der Kategorie Information/Kultur bewerben sich "Die Story: Gipfelstürmer" (WDR), "Andreas Baader - Der Staatsfeind" (NDR), und als Mehrteiler das "Schwarzwaldhaus 1902" (SWR) um den Grimme-Preis.

Bis zu 14 Preise können die Jurys vergeben, 6 für Information und Kultur, 5 für die Unterhaltung und 3 in der Kategorie Spezial. Zusätzlich entscheidet der deutsche Volkshochschulverband über eine besondere Ehrung, die im vergangenen Jahr Günther Jauch zuteil wurde. Die Bekanntgabe der Grimme-Preisträger erfolgt am 11. März in Köln. Die Gala mit der Übergabe der Trophäen findet am 21. März im Theater in Marl statt.



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