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Fernsehen: ARD verbannt "Monitor" und "Panorama" in den Spätabend

In der vergangenen Woche bekannte sich die ARD in ihrer neuen Leitlinie noch zum Schwerpunkt Information und Journalismus. Die politischen Magazine "Monitor", "Panorama" und "Kontraste" werden allerdings in den späten Abend verbannt.

Schon ab Januar sollen die Donnerstags-Magazine "Monitor" (WDR), "Panorama" (NDR) und "Kontraste" (RBB) von 20.15 Uhr auf 21.45 Uhr verlegt werden. So haben es die ARD-Programmdirektoren beschlossen – während sich die Anstalt in ihren neuen Leitlinien parallel wortreich zu ihrem Schwerpunkt Information und „investigativem Journalismus zur besten Sendezeit“ bekannte. Die Entscheidung gelte zunächst für das „Probejahr 2005“, so WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf, der bis zuletzt gegen die Verschiebung gekämpft hatte.

Erst im Januar 2002 waren die Magazine von 21 Uhr auf 20.15 Uhr vorverlegt worden. Für „Unterhaltungs-Events“ wie Pilawas „Star-Quiz“ und Filmmehrteiler wurden sie indes bereits häufig auf 21.45 Uhr geschoben – oder sie entfielen, wie vorigen Donnerstag wegen eines Uefa-Cup-Spiels, gleich ganz. Die jetzt beschlossene Verbannung, die „Kontraste“ und Co. in Konkurrenz zum ZDF-„heute-journal“ bringt, ist der Quote geschuldet. Laut ARD-Medienforscher Camille Zubayr erreichte „Das Erste“ dieses Jahr donnerstags abends 16,6 Prozent Marktanteil, wenn der Hauptabend mit Unterhaltung begann, mit den Polit-Magazinen nur 11,9 Prozent. „Monitor“-Chefin Sonia Mikich zeigt sich enttäuscht: „Ein Festhalten an 20.15 Uhr wäre ein Signal gewesen, dass man den Mut hat, einen Abend in der Woche nicht mit Trallala anzufangen.“

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