Hamburg - Die "Financial Times Deutschland" lebt weiter - zumindest in den Erinnerungsstücken, die die Ex-Redaktion in den vergangenen Wochen unters Volk gebracht hatte. Bis Sonntagabend konnte man auf Ebay sein Gebot abgeben für ein Andenken an die Hamburger Wirtschaftszeitung, die am 7. Dezember zum letzten Mal gedruckt worden war. Offenbar wollten viele eine Devotionalie erwerben. Wie die Redaktion jetzt bekanntgab, kamen bei der Auktion insgesamt 41.640,56 Euro zusammen.
Spitzenreiter unter den Versteigerungsgegenständen war eine unveröffentlichte Originalzeichnung von Karl Lagerfeld, für die ein Sammler 11.700 Euro zahlte. Der Modezar hatte das Werk exklusiv für einen "FTD"-Beitrag zum 50. Jubiläum des Elysée-Vertrags erstellt, es sollte die deutsch-französische Freundschaft illustrieren. Deutlich abgehängt auf dem zweiten Platz landete eine auf Leinwand gezogene Fotografie, die mit drei Meter Länge und zwei Meter Höhe die vermutlich größte Seite der "Financial Times Deutschland" darstellte. Für das Bild wurden 1910 Euro gespendet. Den dritthöchsten Erlös erzielte mit 1810 Euro eine von den Chefredakteuren unterschriebene Geschenkbox, in der die Erstausgabe der Zeitung vom 21. Februar 2000 enthalten war.
"Mit diesem Erfolg haben wir offen gesagt nicht gerechnet", schrieben die ehemaligen Mitarbeiter der "FTD" zum Ausgang der Ebay-Auktion auf ihrer Homepage. Der Erlös soll an die Organisation "Reporter ohne Grenzen" fließen. Der Vorstand des Verlags Gruner + Jahr erklärte zudem, den Betrag aufstocken zu wollen: Pro verkaufte letzte "FTD"-Ausgabe sollen 1,40 Euro gespendet werden, teilte Nachrichtenchef Dirk Benninghoff mit.
Die Freitagsausgabe war schon nach wenigen Stunden an vielen Ständen ausverkauft gewesen. Aus diesem Grund hatte man 30.000 Exemplare nachdrucken lassen.
sbr/dapd/dpa
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