Foto-Ausstellung "Die Romareise": Dreck, Elend, Stolz

Von Ingeborg Wiensowski

Sieben Jahre, sieben Länder: Für eine Langzeitreportage über die Roma reiste der dänische Fotograf Joakim Eskildsen durch Europa und Indien, lebte bei den Sippen und Familien und fotografierte deren Lebensumstände - eine politisch hochaktuelle Arbeit.

Als sich der dänische Fotograf Joakim Eskildsen, 38, vor neun Jahren entschloss, zusammen mit seiner Frau, der Schriftstellerin Cia Rinne, 36, nach Hevesaranyos in Ungarn zu fahren, um dort das Leben der Roma zu fotografieren, ahnte er nicht, dass dies der Anfang eines Langzeitprojektes sein würde. Geplant war das nicht so, aber "je mehr wir über die Roma erfuhren und sie kennen lernten, desto größer wurden unser Interesse und die Sympathie für sie".

Sieben Jahre lang reisten Eskildsen und Rinne durch sieben Länder - Ungarn, Indien, Griechenland, Rumänien, Frankreich, Russland und Finnland -, lebten dort monatelang zusammen mit den Roma-Familien in deren Dörfern, am Rande von Städten, an Straßen, in Wäldern und auf Müllkippen, in Hütten, Buden und Zelten. Eskildsen fotografierte, Rinne schrieb. 2008 kam das schöne, große, dicke Fotobuch "Die Romareise" heraus, gegliedert nach Ländern, mit jeweils einem einführenden Text von Rinne, der kurz die Geschichte der Roma in dem Land schildert, einen Einblick in das Leben der Menschen gibt und dabei immer Abstand wahrt.

Preisgekrönte Fotos

Die Romareise-Bilder wurden ausgestellt und ausgezeichnet: letztes Jahr mit dem Amilcare Ponchielli Preis, 2009 mit dem deutschen Fotobuchpreis und dem Förderpreis der Otto Pankok Stiftung.

Ein großer Erfolg für den Fotografen Eskildsen, der das komplexe Thema allerdings oft so schön und klassisch in Szene setzt, dass er sich die Frage gefallen lassen muss, ob er nicht auch romantische Klischees vom "Zigeunerleben" bedient: Er fotografiert schäbige Hütten und Unterkünfte im sanften Nebel und im schönsten Abendlicht, so dass eine melancholische und weiche Atmosphäre die armseligen Behausungen pittoresk aussehen lässt.

Auch die spielenden Kinder auf der Straße wecken Erinnerungen an eine Kindheit, die es so bei uns nicht mehr gibt, genau wie die Bilder vom Zusammenleben aller Generationen, in dem alte Frauen mit zerfurchten Gesichtern ihren Platz in den Familien haben. Und Eskildsen versteht es, die bunten Farben der Romafrauen-Kleider so meisterhaft leuchten zu lassen, dass sie Lebensfreude und Individualität signalisieren und an eine bei uns nicht mehr existierende Unabhängigkeit von Moden und Konsum denken lassen.

Wer aber genau hinschaut, sieht in denselben Bildern andere Geschichten, die vom mühseligen und armen Leben der Roma: Der Schnee ist zwar unberührt und die Landschaft romantisch, aber es ist eiskalt, und die Männer schleppen auf ihren Schultern die Baumstämme durch die Winterlandschaft, um sie in ihren Unterkünften zu verheizen. Das idyllische Dorf im Mondlicht ist nicht nur abgeschieden, sondern auch abgeschnitten von der Welt. Die zerfurchten Gesichter der porträtierten Menschen sind nicht nur stolz, sondern müde und abgearbeitet. Der kleine Junge, der mit großen Augen in die Kamera schaut, ist viel zu mager, und im Bett vor dem Fernsehgerät schlafen mehr als zwei Personen, das sieht man an den vielen Kopfkissen.

Keine Posen, sondern Haltung

Eskildsen ist nicht voyeuristisch, er verlangt von seinen Porträtierten keine Pose, sondern zeigt deren Haltung. Er schafft es sogar, die für Modestrecken und Lifestyle-Magazine totfotografierte Prozession im französischen Saintes-Maries-de-la-Mer in schwarzweiß als großes identitätsstiftendes Treffen einer Minderheit zu zeigen. Und Dreck und Elend der griechischen und rumänischen Roma-Siedlungen im Schlamm und auf stillgelegten Müllkippen werden durch ausdrucksvolle Farben nicht veredelt, sondern drastischer.

Von den Übergriffen der russischen Miliz auf Roma-Siedlungen und deren Zerstörungen erzählt Rinnes Text, zu sehen ist die Gewalt nicht auf den Fotos. Aber allein das Bild von drei Kindern, die auf Bahnschienen einer Betonhochhaussiedlung entgegengehen, erzählt genau so viel von der Unbehaustheit und Brutalität ihrer Lebensumstände und von ihrer voraussichtlichen Zukunft.

Jetzt ist die Ausstellung mit rund hundert Fotografien in der Kunsthalle Emden zu sehen, und sie ist mehr als aktuell: Denn die deutsche Innenministerkonferenz hat mit dem Kosovo ein bilaterales Rückführungsabkommen für die Roma in Deutschland beschlossen, obwohl dort ein Schutz von Minderheiten nicht gewährleistet ist. Menschenrechtsorganisationen fordern, dass auf der Innenministerkonferenz am 4. Dezember die bereits gefassten Beschlüsse zur Abschiebung der Roma in den Kosovo geändert werden sollen.


Ausstellung: Die Romareise. Kunsthalle Emden. Bis 10.1.2010, Tel. 04921/97 50 50.

Homepage Joakim Eskildsen

Katologbuch: Die Romareise. Joakim Eskildsen, Fotografie, Cia Rinne, Text. Steidl Verlag; 416 Seiten; 237 Abbildungen; 60 Euro.

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1. Wo ist das Problem?
Eckhard 17.11.2009
Die Roma, Sinti und alle Zigeuner überhaupt leben nicht im Elend, sondern auf einem weniger entwickelten technischen und sozialen Niveau. Unser Vorfahren lebten weitestgehend ähnlich. Das hat mehrere Gründe. U.a. auch weil sie sich nicht aus ihren Sozialverbänden gegenseitig lassen oder wollen. Man hat eine Weile Kinder aus Zigeuner-Familien weggenommen, das hat integrativ gut geklappt, menschlich natürlich nicht. Aber leider ist es unmöglich die Zigeuner als Sippen zu integrieren. In den Sippen gibt es Menschen, die unheimlich von der Situation profitieren (patriarchalisch usw.) und es gibt viele viele Opfer, die unendliche Härte ihrer Familie erlebt haben. Einmal über das Gröbste hinaus, wollen sie selbst profitieren usw. Die Zigeuner sind unheimlich hart drauf. Nicht weil sie von Grund auf Böse sind, sondern weil sie nichts anderes kennen und erwarten. Und in so einer harten Welt bleibt man bei seiner Familie (auch wenn die sehr hart ist und einen als 14 Jährige täglich außer Sonntags mit einem Baby im Winter vor Lidl sitzen läßt um die Menschen anzubetteln und am Ende der Familien-Patriarch alles bekommt). Es könnte ja noch schlimmer sein. Die meisten hier werden fast keinen bis gar keinen Kontakt jemals mit ihnen gehabt haben, außer mal ein kurzes Angebetteltsein, Autofensterwischen oder der Wegesrandblumenverkauf. In Berlin gibt es jetzt eine größere Gruppe von 100-200 Personen (+X andere Personen). Die verhalten sich dermaßen unsozial. Von den Verwandlungen einzelner Park-Ecken in Müllhalten und dem Anpöbeln auf der Straße will ich gar nicht reden. Als sie aus ihren Pappbehausungen im Park weg sollten nahm eine linke, gutmenschliche Hausbesetzer-Gruppe sie auf. "Alle Menschen sind gleich" usw.. Und "man muss nur jedem eine Chance geben" usw.. Und "die armen Opfer" usw.. Schon nach drei Tagen war die Lebenssituation nun auch für die linken Hausbesetzer, die nun mit den Zigeunern zusammen wohnten, so unerträglich, dass sie sie wieder los werden wollten und ihnen vorschlugen etwas eigenes zu besetzen (so weit der Lösungshorizont einer Hausbesetzers:-D) Man emfand es als geniale Idee eine Kirche zu besetzen. Es gibt viele Menschen, die in ihren ruhigen Vorroten, Kleinstädten oder reichen Stadtbezirken leben, die meinen, dass doch alles gut sei und auch notfalls mehr kommen könnten und die die Menschen, die in den weniger reichen Bezirken wohnen und eben mit den Zigeunern zusammenleben müssen nicht verstehen, dass die keine Lust auf die unmöglichen Zustände haben. Nur ein Beispiel: Zigeuner bekommen i.d.R. kein Hartz4. Nun sind sie vereinzelt hier. Wovon sollen sie leben? Um die Ecke im Park haben sie gehaust, dann eine Klein-Familie (mit ca. 10-20 Personen) in einem Keller in der selben Straße. Warum wurden in dieser Zeit plötzlich überall die guten Fahrräder gestohlen? und von wem? Ja, ich verstehe schon, dass diese Menschen kein Geld haben um sich Essen zu kaufen. Aber die Fotos sind sehr schön:-S
2. sehe ich auch so
andy69 17.11.2009
Zitat von EckhardDie Roma, Sinti und alle Zigeuner überhaupt leben nicht im Elend, sondern auf einem weniger entwickelten technischen und sozialen Niveau. Unser Vorfahren lebten weitestgehend ähnlich. Das hat mehrere Gründe. U.a. auch weil sie sich nicht aus ihren Sozialverbänden gegenseitig lassen oder wollen. Man hat eine Weile Kinder aus Zigeuner-Familien weggenommen, das hat integrativ gut geklappt, menschlich natürlich nicht. Aber leider ist es unmöglich die Zigeuner als Sippen zu integrieren. In den Sippen gibt es Menschen, die unheimlich von der Situation profitieren (patriarchalisch usw.) und es gibt viele viele Opfer, die unendliche Härte ihrer Familie erlebt haben. Einmal über das Gröbste hinaus, wollen sie selbst profitieren usw. Die Zigeuner sind unheimlich hart drauf. Nicht weil sie von Grund auf Böse sind, sondern weil sie nichts anderes kennen und erwarten. Und in so einer harten Welt bleibt man bei seiner Familie (auch wenn die sehr hart ist und einen als 14 Jährige täglich außer Sonntags mit einem Baby im Winter vor Lidl sitzen läßt um die Menschen anzubetteln und am Ende der Familien-Patriarch alles bekommt). Es könnte ja noch schlimmer sein. Die meisten hier werden fast keinen bis gar keinen Kontakt jemals mit ihnen gehabt haben, außer mal ein kurzes Angebetteltsein, Autofensterwischen oder der Wegesrandblumenverkauf. In Berlin gibt es jetzt eine größere Gruppe von 100-200 Personen (+X andere Personen). Die verhalten sich dermaßen unsozial. Von den Verwandlungen einzelner Park-Ecken in Müllhalten und dem Anpöbeln auf der Straße will ich gar nicht reden. Als sie aus ihren Pappbehausungen im Park weg sollten nahm eine linke, gutmenschliche Hausbesetzer-Gruppe sie auf. "Alle Menschen sind gleich" usw.. Und "man muss nur jedem eine Chance geben" usw.. Und "die armen Opfer" usw.. Schon nach drei Tagen war die Lebenssituation nun auch für die linken Hausbesetzer, die nun mit den Zigeunern zusammen wohnten, so unerträglich, dass sie sie wieder los werden wollten und ihnen vorschlugen etwas eigenes zu besetzen (so weit der Lösungshorizont einer Hausbesetzers:-D) Man emfand es als geniale Idee eine Kirche zu besetzen. Es gibt viele Menschen, die in ihren ruhigen Vorroten, Kleinstädten oder reichen Stadtbezirken leben, die meinen, dass doch alles gut sei und auch notfalls mehr kommen könnten und die die Menschen, die in den weniger reichen Bezirken wohnen und eben mit den Zigeunern zusammenleben müssen nicht verstehen, dass die keine Lust auf die unmöglichen Zustände haben. Nur ein Beispiel: Zigeuner bekommen i.d.R. kein Hartz4. Nun sind sie vereinzelt hier. Wovon sollen sie leben? Um die Ecke im Park haben sie gehaust, dann eine Klein-Familie (mit ca. 10-20 Personen) in einem Keller in der selben Straße. Warum wurden in dieser Zeit plötzlich überall die guten Fahrräder gestohlen? und von wem? Ja, ich verstehe schon, dass diese Menschen kein Geld haben um sich Essen zu kaufen. Aber die Fotos sind sehr schön:-S
Kann Ihnen nur zustimmen. Nicht jedes Elend taugt dazu, die Schuld bei sich selbst zu suchen. Das Roma Problem ist zu einem großen Teil selbstgemacht. Ich habe persönlich schlechte Erfahrungen mit einem französischen Clan gemacht, der vor einigen Jahren meinen Arbeitgeber um einige Tausend Euro geneppt hat. Mag sein, daß nicht alle unehrlich sind, aber die Ressentiments, die es allerorten gibt, sind nicht völlig aus der Luft gegriffen. Solange das Thema tabuisiert wird, wird sich auch nichts ändern. Gerade von den Roma Verbänden würde ich mehr erwarten, als immer nur vor dem Hintergrund von Verfolgung um Geld und Mahnmale zu kämpfen. Es muss die Anerkennung verbessert werden, und das haben gerade die Roma selbst in der Hand...
3. grau, grau , und nochmals grau!
quengelbengel 17.11.2009
Zitat von EckhardDie Roma, Sinti und alle Zigeuner überhaupt leben nicht im Elend, sondern auf einem weniger entwickelten technischen und sozialen Niveau. Unser Vorfahren lebten weitestgehend ähnlich. Das hat mehrere Gründe. U.a. auch weil sie sich nicht aus ihren Sozialverbänden gegenseitig lassen oder wollen. Man hat eine Weile Kinder aus Zigeuner-Familien weggenommen, das hat integrativ gut geklappt, menschlich natürlich nicht. Aber leider ist es unmöglich die Zigeuner als Sippen zu integrieren. In den Sippen gibt es Menschen, die unheimlich von der Situation profitieren (patriarchalisch usw.) und es gibt viele viele Opfer, die unendliche Härte ihrer Familie erlebt haben. Einmal über das Gröbste hinaus, wollen sie selbst profitieren usw. Die Zigeuner sind unheimlich hart drauf. Nicht weil sie von Grund auf Böse sind, sondern weil sie nichts anderes kennen und erwarten. Und in so einer harten Welt bleibt man bei seiner Familie (auch wenn die sehr hart ist und einen als 14 Jährige täglich außer Sonntags mit einem Baby im Winter vor Lidl sitzen läßt um die Menschen anzubetteln und am Ende der Familien-Patriarch alles bekommt). Es könnte ja noch schlimmer sein. Die meisten hier werden fast keinen bis gar keinen Kontakt jemals mit ihnen gehabt haben, außer mal ein kurzes Angebetteltsein, Autofensterwischen oder der Wegesrandblumenverkauf. In Berlin gibt es jetzt eine größere Gruppe von 100-200 Personen (+X andere Personen). Die verhalten sich dermaßen unsozial. Von den Verwandlungen einzelner Park-Ecken in Müllhalten und dem Anpöbeln auf der Straße will ich gar nicht reden. Als sie aus ihren Pappbehausungen im Park weg sollten nahm eine linke, gutmenschliche Hausbesetzer-Gruppe sie auf. "Alle Menschen sind gleich" usw.. Und "man muss nur jedem eine Chance geben" usw.. Und "die armen Opfer" usw.. Schon nach drei Tagen war die Lebenssituation nun auch für die linken Hausbesetzer, die nun mit den Zigeunern zusammen wohnten, so unerträglich, dass sie sie wieder los werden wollten und ihnen vorschlugen etwas eigenes zu besetzen (so weit der Lösungshorizont einer Hausbesetzers:-D) Man emfand es als geniale Idee eine Kirche zu besetzen. Es gibt viele Menschen, die in ihren ruhigen Vorroten, Kleinstädten oder reichen Stadtbezirken leben, die meinen, dass doch alles gut sei und auch notfalls mehr kommen könnten und die die Menschen, die in den weniger reichen Bezirken wohnen und eben mit den Zigeunern zusammenleben müssen nicht verstehen, dass die keine Lust auf die unmöglichen Zustände haben. Nur ein Beispiel: Zigeuner bekommen i.d.R. kein Hartz4. Nun sind sie vereinzelt hier. Wovon sollen sie leben? Um die Ecke im Park haben sie gehaust, dann eine Klein-Familie (mit ca. 10-20 Personen) in einem Keller in der selben Straße. Warum wurden in dieser Zeit plötzlich überall die guten Fahrräder gestohlen? und von wem? Ja, ich verstehe schon, dass diese Menschen kein Geld haben um sich Essen zu kaufen. Aber die Fotos sind sehr schön:-S
...ales ganz hübsch, und ideal, um angst und mißtrauen zu schüren: die lebenswirklichkeit der sinti und roma sind nicht in einem buchband, keinem fotoband oder irgendetwas so darzustellen, dass irgendetwas hilfreiches dabei haerauskommt. bitte verschonen sie uns mit aussagen, die auf jedes volk zutreffen würde, dass kein eigenes land hat, nie einen krieg gegen ein anderes volk geführt hat. gegen ein volk, dass seit seinem ersten auslandsjob in persien durchgehend verklavt, verjagt, und misshandelt wurde. das die überlebensstrategien nicht wie bei "guten deutschen" mit versicherungsbetrug, ausbeutung am arbeitsplatz oder dem ernten von zinserträgen zu tun haben muss man ihnen so glaube ich nachsehen, auch wenn es moralisch auf keinem anderen leveln stattfindet als bei millionen "bürgern"... informieren sie sich über die tausend versuche, die unternommen wurden, um sie von dem abzuhalten, was die meisten von uns doch auch nur am liebsten täten: leben von der hand in den mund, und von einem tag in den anderen... sehet die vögel sag ich da nur... vielleicht wäre gerade das "auf fahrt sein" dass, was den roma und sinti ihre identität wiedergeben würde: als künstler, schausteller, musiker, wanderarbeiter / handwerker... vielleicht etwas, was europaweit gesetzlich verankert sein würde? die menschen in ghettos wie sardinen zueinander zu pferchen empfinde ich als total kontraproduktiv, und kann nur zu weiteren problemen führen... identität und freiheit würden die "wagenleute" vielleicht wieder zu einem farbigen und nicht zu einem roten tuch für sie und mich machen... man sollte weder die henne noch das ei braten, um herauszufinden, was zuerst da war! mehr von meinen ansichten: http://kadaverfluesterer.blogspot.com
4. Hmmm?
Eckhard 17.11.2009
Zitat von quengelbengel...ales ganz hübsch, und ideal, um angst und mißtrauen zu schüren: die lebenswirklichkeit der sinti und roma sind nicht in einem buchband, keinem fotoband oder irgendetwas so darzustellen, dass irgendetwas hilfreiches dabei haerauskommt. bitte verschonen sie uns mit aussagen, die auf jedes volk zutreffen würde, dass kein eigenes land hat, nie einen krieg gegen ein anderes volk geführt hat. gegen ein volk, dass seit seinem ersten auslandsjob in persien durchgehend verklavt, verjagt, und misshandelt wurde. das die überlebensstrategien nicht wie bei "guten deutschen" mit versicherungsbetrug, ausbeutung am arbeitsplatz oder dem ernten von zinserträgen zu tun haben muss man ihnen so glaube ich nachsehen, auch wenn es moralisch auf keinem anderen leveln stattfindet als bei millionen "bürgern"... informieren sie sich über die tausend versuche, die unternommen wurden, um sie von dem abzuhalten, was die meisten von uns doch auch nur am liebsten täten: leben von der hand in den mund, und von einem tag in den anderen... sehet die vögel sag ich da nur... vielleicht wäre gerade das "auf fahrt sein" dass, was den roma und sinti ihre identität wiedergeben würde: als künstler, schausteller, musiker, wanderarbeiter / handwerker... vielleicht etwas, was europaweit gesetzlich verankert sein würde? die menschen in ghettos wie sardinen zueinander zu pferchen empfinde ich als total kontraproduktiv, und kann nur zu weiteren problemen führen... identität und freiheit würden die "wagenleute" vielleicht wieder zu einem farbigen und nicht zu einem roten tuch für sie und mich machen... man sollte weder die henne noch das ei braten, um herauszufinden, was zuerst da war! mehr von meinen ansichten: http://kadaverfluesterer.blogspot.com
Ach nein, lieber nicht:-D Menschen mit der Ihrigen Meinung meinte ich. Haben Ahnung von allem. "Alles nur Vorurteile" usw. Und Sie haben es gar nicht verstanden. Ich werbe für einen schwierigen, kritischen aber überhaupt einen Umgang mit den Zigeunern. Sie sind vergleichbar mit den von mir erwähnten Hausbesetzern. Von der Ferne werden die Zigeuner als Opfer usw. attestiert und die Mehrheitsgesellschaft bzw. der Deutsche per se (Rassismus?) als Täter. Und wenn sie dann persönlich konfrontiert sind brechen die Ideale weg. Dann rufen Sie nach dem Staat, der alles bezahlen soll. Moralische Selbstüberhöhung ohne Wirklichkeitsbezug und dabei noch arrogant überheblich sind diese Gutmenschen. Und wenn sie wirklich mal am Einsatzort sind, dann ruinieren sie alles. Deswegen ist das ja auch ein Schimpfwort.
5. Sprecht die Probleme endlich offen an!
MonaM 18.11.2009
Zitat von andy69Kann Ihnen nur zustimmen. Nicht jedes Elend taugt dazu, die Schuld bei sich selbst zu suchen. Das Roma Problem ist zu einem großen Teil selbstgemacht. Ich habe persönlich schlechte Erfahrungen mit einem französischen Clan gemacht, der vor einigen Jahren meinen Arbeitgeber um einige Tausend Euro geneppt hat. Mag sein, daß nicht alle unehrlich sind, aber die Ressentiments, die es allerorten gibt, sind nicht völlig aus der Luft gegriffen. Solange das Thema tabuisiert wird, wird sich auch nichts ändern. Gerade von den Roma Verbänden würde ich mehr erwarten, als immer nur vor dem Hintergrund von Verfolgung um Geld und Mahnmale zu kämpfen. Es muss die Anerkennung verbessert werden, und das haben gerade die Roma selbst in der Hand...
Dem kann ich nur zustimmen. Das Thema Roma/Sinti/Zigeuner war und ist massiv tabuisiert. Solange nicht offen und ohne politisch korrekte Sprachregelung über die Ursachen und Bedingungen der Probleme gesprochen werden darf, wird sich nichts ändern, schon gar nicht zum Besseren.
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