Foto-Ausstellung "Dirt Meridian" Ein weites leeres Land

Verlassene Landstriche, Spukhäuser und eine fast beängstigende Leere: Andrew Moore zeigt in seiner Fotoserie "Dirt Meridian" den amerikanischen Westen als weite Ödnis. Welcome to Nebraska, Welcome to Cowboy Country.


New York - Andrew Moores Bilder entführen den Betrachter in eine Landschaft, die einer Westernlegende entsprungen sein könnte. Endlose Weiten. Sonnengetränkte Felder. Einsamkeit, fernab trubeliger Metropolen. Freiheit. Oder doch nicht? Moore zeigt auch verfallene Häuser und verlassene Regionen. In seiner Fotoserie "Dirt Meridian" präsentiert der Fotograf den US-Bundesstaat Nebraska. Cowboy Country.

Doch Cowboys wollte Moore nicht fotografieren. Auch keine Pferderomantik. Moore zeigt verlassene Landstriche und Spukhäuser. Das kann beklemmend wirken und abschreckend - abgefedert allerdings durch ein bisschen Phantasiestimmung, die durch dunstiges Licht und Staubwölkchen aufkommt.

Mit dem Titel "Dirt Meridian" spielt Moore auf den 100. westlichen Meridian an, der durch North Dakota, South Dakota, Nebraska, Kansas, Oklahoma und Texas läuft. Er gilt historisch gesehen als der Anfang des Amerikanischen Westens.

Dem "New York Times Magazine" sagte Moore im Dezember, an Nebraska habe ihn vor allem der scheinbar endlose Horizont fasziniert, die Weite des Himmels und die Freiheit. "Es war eine große Herausforderung, den Westen Nebraskas zu fotografieren, die endlose Leere des Landes war sehr einschüchternd. Ich wollte diesen leeren Raum zeigen, aber keine leeren Bilder machen."

Für ihn, den Großstädter, der so viel Zeit zwischen den Wolkenkratzern Manhattans verbracht hat, sei das eine große Abwechslung gewesen. Das Vertikale der Großstadt wurde abgelöst vom Horizontalen der ländlichen Weiten.

Manche Fotografien nahm er aus der Luft auf. Im Helikopter ließ er sich über das Land fliegen, auf der Suche nach Naturbesonderheiten, von denen er gehört, sie aber noch nie gesehen hatte. Einige Stellen seien auf dem Landweg kaum erreichbar gewesen. Ein erfahrener Pilot habe ihn aber an geheime und verlassene Orte bringen können. Und ihm so Zugang zu einer fremden Welt verschafft.


Andrew Moore: "Dirt Meridian": Yancey Richardson Gallery, New York, bis 15. Februar 2014

kha



insgesamt 19 Beiträge
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xxbigj 10.01.2014
1. optional
So was fasziniert mich immer wieder. Ich war noch nie in den USA, aber wenn würde ich mir auch solche Gegenden anschauen. Ich kann nicht verstehen wie man in die USA z.B. nach New York z.B.. Da würde ich für einen Tag mal vorbei fahren, um die Hochhäuser anzusehen, aber das reicht dann auch schon. Die endlose Weite ist doch viel viel schöner. Wenn man bis zum Horizont kein Haus keinen Menschen sieht. Dann kann endlich mal die Welt so genießen wie sie ist. Wunderschön!
Ty Coon, 10.01.2014
2.
Starke Bilder. Auf diesem Kontinent ist offenbar noch Platz genug! Das Haus in Bild 4 hat es mir angetan, das könnte mal eine Vorlage für das Videospiel "Red Dead Redemption" gewesen sein.
Kekser 10.01.2014
3. Eine überwucherte Tafel
sieht für mich anders aus. In meinen Augen ist sie nur zerkratzt.
boblinger 10.01.2014
4. Titel
Die Tafel ist schön. Ein unbeabsichtigter Pollock im Nirgendwo. Toller Fund.
chiefseattle 10.01.2014
5. der weite Westen
Ach, hätte man doch lieber die Sioux und Ogallalas in Ruhe gelassen auf der Rolling Prairie.
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