Fotograf Saul Leiter ist tot Buntes, pulsierendes New York

Das Gelb der Taxis, das Rot von Coca-Cola: Der Fotograf Saul Leiter schuf ausdrucksstarke Bilder des New York der fünfziger und sechziger Jahre. Nun ist er im Alter von 90 Jahren gestorben.

Saul Leiter/ Courtesy Howard Greenberg Gallery

Hamburg/New York - Saul Leiters Motive waren die Schaufenster, Passanten, Autos, Schilder und immer wieder die Regenschirme in der unmittelbaren Umgebung seiner New Yorker Wohnung, die er seit fast 60 Jahren bewohnte. Er setzte auf Unschärfe im Detail, verwischte Bewegungen und verfremdende Effekte und schuf so ausdrucksstarke, farbintensive Aufnahmen einer halb realen, halb abstrahierten Metropole - sie gelten als Meisterwerke der Farbfotografie der vierziger und fünfziger Jahre.

Nun ist der amerikanische Fotograf im Alter von 90 Jahren in New York verstorben. Das teilte seine Galerie in Antwerpen mit.

Geboren wurde Leiter 1923 in Pittsburgh. Eigentlich sollte er Rabbi werden, doch seine Mutter schenkte ihm eine Kamera und begründete damit seinen späteren Lebensweg. Leiter entwickelte eine Liebe zur Schwarz-Weiß-Fotografie und wurde zu einer der wichtigsten Figuren der New Yorker Schule. Der Künstlergruppe gehörten auch Poeten wie Allen Ginsberg und Jack Kerouac oder Musiker wie John Cage und Miles Davis an.

Autodidakt Leiter veröffentlichte in den fünfziger Jahren erste Fotoserien in der damals sehr populären US-amerikanischen Illustrierten "Life". Von 1958 bis 1967 arbeitete Leiter fur "Harper's Bazaar". Dabei war er zeitlebens nicht der Fotograf, der nur die Probleme der Gesellschaft festhielt: "Einige Fotografen glauben, ernsthafte Probleme der Gesellschaft anzugehen, in dem sie Fotos vom menschlichen Elend machen. Ich glaube nicht, dass Elend tiefgründiger als Glück ist", sagte er dazu.

sha/vks/dpa

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