Fotografen Helmut Newton bekommt Ehrengrab in Berlin

Der am vergangenen Freitag tödlich verunglückte Fotograf Helmut Newton soll in seiner Geburtsstadt Berlin bestattet werden und ein Ehrengrab erhalten. Newtons Witwe nahm ein entsprechendes Angebot des Senats an. Ein Beerdigungstermin steht noch nicht fest.


Fotograf Newton: Gedenktag am 3. Juni
AP

Fotograf Newton: Gedenktag am 3. Juni

Berlin - Helmut Newton, am vergangenen Freitag im Alter von 83 Jahren tödlich verunglückt, wird seine letzte Ruhestätte in seiner Heimatstadt Berlin finden. Die Witwe des Starfotografen, June Newton, habe das Angebot des Senats für ein Ehrengrab in der Hauptstadt "mit großer Freude und bewegt" angenommen, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann. Die Bestätigung sei beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag eingetroffen, sagte Senatssprecher Michael Donnermeyer. Der Senat werde in der nächsten Woche formal die Einrichtung eines Ehrengrabs beschließen. Ein Termin für die Beerdigung stehe noch nicht fest.

Die Details der Beisetzung würden nun mit June Newton geklärt, ergänzte der Sprecher. Die Witwe könne sich die Grabstelle auf einem Friedhof ihrer Wahl aussuchen. Möglich sei zunächst eine Trauerfeier in Los Angeles, wo Newton mit seinem Auto tödlich verunglückt war. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz werde für Newton Kondolenzlisten auslegen, kündigte Lehmann an.

Newton hatte Berlin seine mehr als 1000 Fotos umfassende weltberühmte Sammlung als Dauerleihgabe übergeben. Die ständige Ausstellung soll wie geplant am 3. Juni in der ehemaligen Kunstbibliothek gegenüber dem Bahnhof Zoo in der Jebenstraße 2 eröffnet werden. Von diesem Bahnhof aus hatte Newton 1938 zusammen mit seiner Familie Berlin verlassen, um nach der Machtübernahme der Nazis in die Emigration zu gehen. Betrieb und Unterhalt werden von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz übernommen; die Kosten für die museumsgerechte Sanierung des Gebäudes aber hatte Newton selbst finanziert. Es lag ihm am Herzen, dass sein Lebenswerk in seine Geburtsstadt kommt. Die Eröffnung am 3. Juni soll nun zu seinem Gedenktag werden.

"Er hatte sich so darauf gefreut, bald wieder nach Berlin zurückzukehren und wollte im kommenden Sommer länger hier bleiben", sagte Lehmann. Das habe Newton ihm noch am vergangenen Donnerstag in einem Fax geschrieben und hinzugefügt: "Ich freue mich auf MEIN Berlin!"



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.