Sofortige Einstellung abgewendet Türkischer Investor will "Rundschau" retten

Anders als befürchtet wird die "Frankfurter Rundschau" nicht Ende Januar eingestellt. Auf einer Betriebsversammlung hat der Insolvenzverwalter das Interesse zweier Investoren bestätigt, darunter eine türkische Mediengruppe. Allerdings drohen Hunderte Arbeitsplätze wegzufallen.

Insolvenzverwalter Frank Schmitt: Zusätzliche Zeit für Verkaufsgespräche
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Insolvenzverwalter Frank Schmitt: Zusätzliche Zeit für Verkaufsgespräche


Hamburg/Frankfurt am Main - Unerwartete Nachrichten im Fall der "Frankfurter Rundschau" ("FR"): Die bislang drohende Einstellung der Traditionszeitung zu Ende Januar ist abgewendet, vorerst betreibt sie der Insolvenzverwalter weiter. Damit werde dem Unternehmen Zeit verschafft, um die Verkaufsgespräche mit zwei potentiellen Investoren weiterzuführen. Das teilte Insolvenzverwalter Frank Schmitt am Mittwoch in Frankfurt am Main auf einer Betriebsversammlung mit.

Einer der Interessenten komme aus Deutschland, allerdings könne der Name nicht genannt werden. Der zweite Bewerber sei das türkische Medienunternehmen Estetik Yayincilik, das will nach Angaben einer Sprecherin in Deutschland auch die türkischsprachige Tageszeitung "Sözcü" auf den Markt bringen.

Estetik Yayincilik habe sein Interesse bislang jedoch "nur in formloser, unverbindlicher Form" erklärt, teilte Schmitt mit. Das nicht näher erläuterte Konzept sei "in keiner Weise tragbar" - sowohl mit Blick auf Kosten- als auch Personalplanung. Zudem sei das Kaufpreisangebot "wesentlich zu niedrig, die Zahlungsmodalitäten nicht akzeptabel".

Die Gläubiger der "Frankfurter Rundschau" haben derweil einer Verlängerung des Betriebs über Ende Januar hinaus zugestimmt, so Schmitt. Bei Zustandekommen des Vertrags würde einer der Interessenten den Titel zum 1. März übernehmen und weiterführen. Dann könnten bis zu 400 Arbeitsplätze wegfallen.

Der "FR"-Verlag hatte im November Insolvenz angemeldet, nachdem das Blatt in den vergangenen Jahren hohe Verluste schrieb. Bereits seit Anfang Dezember werden als mögliche Interessenten an der "FR", die einst zu den führenden Zeitungen Deutschlands zählte, neben dem Verlag der "Süddeutschen Zeitung" vor allem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") genannt. Laut "Hamburger Abendblatt" könnte deren als Regionalzeitung ausgelegtes Schwesterblatt "Frankfurter Neue Presse" für eine Zusammenführung mit der "Frankfurter Rundschau" in Frage kommen.

sha/rtr/dapd/afp

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Seite 1
boppard 30.01.2013
1. Verlängerung des Siechtums
Wer braucht noch die FR? Die Leser haben doch ein eindeutiges Votum abgegeben, indem sie die Gazette immer weniger käuflich erworben haben. Jetzt noch das Blatt länger am leben zu lassen ist nur eine schrittweise Verlägerung des Siechtums.
Apologet 30.01.2013
2. Jetzt wissen wir auch...
Jetzt wissen wir auch warum die FR zuletzt eine Diffamierungskampagne gegen deutsche Islamkritiker gefahren hat, die ihresgleichen sucht. Wes Brot ich ess', des Lied ich sing'.
bürger 29 30.01.2013
3. Ein türkischer Investor
Wenn das was wird lad ich die Spiegelredaktion zum Essen ein. Prost.
AllesnureinWitz 30.01.2013
4. Pawlow lässt grüßen!
Zitat von ApologetJetzt wissen wir auch warum die FR zuletzt eine Diffamierungskampagne gegen deutsche Islamkritiker gefahren hat, die ihresgleichen sucht. Wes Brot ich ess', des Lied ich sing'.
In der Einleitung fällt das Wort "Türkisch" und schön schäumt der Speichel. ;)
Hüsse 30.01.2013
5. Da pfeifft jemand dünn im Walde
Zitat von AllesnureinWitzIn der Einleitung fällt das Wort "Türkisch" und schön schäumt der Speichel. ;)
Noch dazu bei diesem Verlag. Es muss doch bekannt sein (
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