"Frankfurter Rundschau": Springer kündigt Druckauftrag

Von Markus Brauck

Für die von der Einstellung bedrohte "Frankfurter Rundschau" kommt die Nachricht zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Der Axel-Springer-Verlag entzieht der zum Verlagshaus gehörenden Druckerei seinen Auftrag für "Bild", "Welt" und "Welt kompakt" - rund die Hälfte ihres Umsatzes.

Insolvenzantrag: "Frankfurter Rundschau" steht vor dem Aus Fotos
dapd

Hamburg - Rückschlag für die "Frankfurter Rundschau" (FR). Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Schmitt am Mittwoch in einem Schreiben an die Mitarbeiter mitteilt, hat der Axel-Springer-Verlag der zur FR gehörenden Druckerei seinen Auftrag für die Blätter "Bild", "Welt" und "Welt kompakt" aufgrund des Insolvenzverfahrens entzogen.

Dadurch, so der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Schmitt, "verliert die Druckerei Ende Januar rund die Hälfte ihre Umsatzes". Noch versuche man, den Springer-Auftrag zu retten. Eine "endgültige Reaktion" des Verlags stehe aus.

"Ich möchte Ihnen nichts vormachen: In unserem Bemühen, die Druckerei ebenso wie den Verlag zu retten, wäre dies ein schwerer Rückschlag", schreibt Schmitt. Er sei aber weiter zuversichtlich, dass für den Verlag in den kommenden Wochen der Verkauf an einen Investor gelingen werde. Auch für die Druckerei gebe es Interessenten, die "unter Umständen an einer Übernahme der Druckerei auch ohne den Axel-Springer-Auftrag interessiert sind."

Ein Springer-Sprecher bestätigte die Kündigung des Vertrags. Sie sei notwendig gewesen, um die Sicherheit der Zeitungsproduktion zu gewährleisten. Der Verlag bedauere, dass er zu diesem Schritt nach 36 Jahren guter Zusammenarbeit mit der "FR"-Druckerei gezwungen sei.

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insgesamt 4 Beiträge
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Freewolfgang 09.01.2013
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.
2. Traurig
anneliese_katschmarek 09.01.2013
Das der Fortbestand der FR vom Wohlwollen Springers abhängt, jagt mir kalte Schauer über den Rücken!
3. optional
Rahvin 09.01.2013
Nur ein Grund mehr, die Springer-Schmierblätter nicht zu kaufen. Aber so ist es in der Wirtschaft eben: Wenn Du am Boden liegst, dann kommt Dein vermeintlich bester Kumpel und tritt Dir noch einmal so richtig zwischen die Beine. Das nennen Wirtschaftsleute "Stil".
4.
richard0702 24.01.2013
Diese Reaktion spiegelt genau das Niveau von Axelspringer wider-nämlich BILD NIveau!Die Zukunft der BILD Zeitung sieht aberglücklicherweise auch alles andere als rosig aus.Drastisch sinkende Verkaufszahlen und unfähige Anzeigenleiter ,besonders in Rhein Main.Wie schildert mein Vorredner..Liegt man unten-wird man noch getreten-ganz der (asoziale) Zeitgeist!
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