Geplatztes Interview mit Dunja Hayali Petry will ZDF-Termin wegen Hackerangriff versäumt haben

Frauke Petry hat ein Interview mit dem "Morgenmagazin" versäumt. Warum? Die AfD führt technische Probleme an. Über die wurde das ZDF nach eigenen Angaben aber nicht informiert.

AfD-Chefin Petry
AP

AfD-Chefin Petry


Frauke Petry und das ZDF-"Morgenmagazin" - it's complicated, so würde man es auf Facebook sagen: Erst erschien die AfD-Vorsitzende am Montagmorgen nicht zu einem vereinbarten Interviewtermin mit der ZDF-Frühstückssendung. Dann schlug sie eine Einladung für den Dienstagmorgen aus - wegen "Terminschwierigkeiten".

Auf Twitter wurde kurz darauf darüber spekuliert, ob Petry Angst vor Dunja Hayali, der Moderatorin des "Morgenmagazins", habe. Hayali ist für ihre scharfen Fragen bekannt.

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagte Thomas Fuhrmann, der Redaktionsleiter des ZDF-"Morgenmagazins", seine Redaktion habe für den Montagmorgen eine klare Zusage von Frauke Petry für kurz nach halb neun Uhr gehabt. Sie sei aber nicht erschienen. Ihr Pressesprecher habe sich erst nach der Sendung telefonisch gemeldet und mitgeteilt, dass Frauke Petry den Termin vergessen habe. Die Einladung für den Dienstagmorgen habe Frauke Petry am Montag ausgeschlagen, wegen "Terminschwierigkeiten". Kurzfristig sprang dann der Landesvorsitzende der AfD aus Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, für Petry ein.

AfD: Opfer von DDoS-Attacke

Nach Angaben von Fuhrmann hat das "Morgenmagazin" Frauke Petry bereits vor rund zwei Wochen einmal in die Sendung eingeladen. Damals habe sie am Tag vor dem vereinbarten Termin abgesagt. "Wir werden auch weiterhin über die AfD berichten, sehen derzeit aber keine journalistische Notwendigkeit, Frauke Petry noch mal einzuladen", sagte Fuhrmann.

Schuld an dem versäumten Termin ist aus Sicht der AfD weder Angst vor Dunja Hayali noch eine generelle Ablehnung der Presse, sondern ein technisches Problem: AfD-Pressesprecher Christian Lüth erklärte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, die Server der AfD seien seit Samstag Opfer eines Hackerangriffs. Der Montagstermin im "Morgenmagazin" sei telefonisch vereinbart gewesen. Da die AfD nicht auf ihre E-Mails zugreifen habe können, sei der Termin in der Pressestelle untergegangen und nicht an Frauke Petry weitergeleitet worden.

Auf der Homepage der AfD ist zu lesen, dass die Webseite Opfer einer DDoS-Attacke geworden sei. Hierbei handelt es sich streng genommen nicht um eine Hackerattacke, sondern um einen Überlastungsangriff, bei dem Server mit Tausenden gleichzeitigen Anfragen lahmgelegt werden. Eine solche Attacke muss allerdings nicht von Hackern ausgeführt werden. Man kann sie bei kommerziellen Anbietern kaufen.

Nach eigenen Angaben erwähnte Lüth den Angriff und die technischen Probleme, als er am Montagmorgen mit dem ZDF telefonierte. Dem widerspricht das "Morgenmagazin". Lüth habe weder den DDoS-Angriff noch technische Probleme beim E-Mail-Versand erwähnt, sagte "Morgenmagazin"-Redaktionsleiter Fuhrmann.

mka



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