"Sachsensumpf-Affäre": Freispruch für Journalisten bestätigt

Thomas Datt und Arndt Ginzel: Keine üble Nachrede im "Sachsensumpf" Zur Großansicht
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Thomas Datt und Arndt Ginzel: Keine üble Nachrede im "Sachsensumpf"

Keine Verleumdung: Die beiden Journalisten, die 2010 verurteilt worden waren, weil sie über die Beziehungen sächsischer Justizbeamter zum Rotlichtmilieu berichteten, sind am Donnerstag endgültig rehabilitiert worden.

Dresden/Hamburg - Die beiden freien Journalisten Thomas Datt und Arndt Ginzel hatten im Rahmen der sogenannten Sachsensumpf-Affäre zu Verflechtungen von Politikern und Justizangehörigen mit dem Rotlichtmilieu recherchiert und berichtet. Wegen angeblicher Verleumdung und übler Nachrede hatte sie das Landgericht Dresden im August 2010 zu Geldstrafen von je 2500 Euro verurteilt. Gegen dieses Urteil waren die beiden Männer in Berufung gegangen und hatten recht bekommen: Im Dezember 2012 hob das Landgericht Dresden das Urteil der ersten Instanz auf.

Die Staatsanwaltschaft Dresden legte gegen diesen Freispruch zunächst Revision ein - und zog sie am Donnerstag wieder zurück. "Das ist ein Sieg für die Pressefreiheit und eine große Erleichterung für die beiden Kollegen", kommentierte Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten Verbandes den Vorgang.

Auch beim internationalen Netzwerk Reporter ohne Grenzen zeigte man sich erleichtert: "Der Freispruch ist ein ermutigendes Signal an alle Journalisten, die Missstände aufdecken. Sie dürfen nicht durch Strafverfahren eingeschüchtert werden", erklärte Reporter ohne Grenzen-Vorstandssprecher Michael Rediske.

Datt und Ginzel waren wegen zweier Artikel zum sogenannten Sachsensumpf ins Visier der Dresdner Staatsanwaltschaft geraten - einer war im Januar 2008 im SPIEGEL erschienen, den anderen veröffentlichte das Duo im Juni 2008 auf Zeit Online. In beiden Artikeln berichteten die beiden Journalisten von Aussagen ehemaliger, damals minderjähriger Prostituierten des Leipziger Bordells Jasmin, die hochrangige Justizbeamte als Freier identifiziert haben wollten. "Der endgültige Freispruch kam für uns völlig überraschend", so kommentierte Arndt Ginzel laut Reporter ohne Grenzen die Entscheidung.

Gegen zwei der ehemaligen Prostituierten hat die Dresdner Staatsanwaltschaft ebenfalls ein Verfahren wegen Verleumdung angestrengt, dessen Ausgang noch offen ist.

twi

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