Gefälschtes Interview DuMont entschuldigt sich bei Michael Douglas

Peinlicher Rückzieher: Wenige Tage, nachdem die Boulevardblätter aus dem Kölner Verlag DuMont Schauberg sich mit einem freimütigen Michael-Douglas-Interview geschmückt hatten, entschuldigt sich das Unternehmen: Das Gespräch war so nie geführt worden.

Michael Douglas (im Juni 2010): Niemals mit dem Autor gesprochen
REUTERS

Michael Douglas (im Juni 2010): Niemals mit dem Autor gesprochen


Hamburg/Köln - Die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg (MDS) hat sich für den Abdruck eines gefälschten Interviews mit Hollywood-Star Michael Douglas in mehreren Boulevardblättern des Verlags entschuldigt.

In einer am Donnerstag vorab veröffentlichten Stellungnahme, die am Freitag auch in den betroffenen Blättern erscheinen soll, wird der Abdruck des Beitrags als "schlimme Panne" bezeichnet: Das Interview, das Anfang der Woche erschienen war, habe sich als Fälschung herausgestellt.

"Der Autor des angeblichen Gesprächs, ein deutscher Hollywood-Korrespondent, hat inzwischen zugegeben, dass nicht er, sondern der Internetdienst 'TMZ' das vermeintliche Interview geführt hat", teilte MDS mit. Die Zusammenarbeit mit dem Journalisten sei daraufhin sofort beendet worden und: "Die Redaktion bedauert den Abdruck des Beitrags und möchte sich an dieser Stelle bei Michael Douglas und unseren Lesern dafür entschuldigen!"

Fraglich bleibt allerdings, ob Douglas überhaupt mit "TMZ" gesprochen hat. Sein Sprecher Allen Burry hatte am Mittwochabend auf Anfrage der Agentur dapd in New York gesagt, der Schauspieler habe lediglich mit dem US-amerikanischen Magazin "People" gesprochen, als er seine Krebsdiagnose bekommen habe. Er habe dann noch einige Pressekonferenzen zu seinem neuen Film " Wall Street: Geld schläft nicht" abgehalten. Erst nach Erscheinen das Gesprächs in Deutschland habe er abermals Interviews gegeben.

In dem Artikel wurde Douglas mit sehr persönlichen Aussagen über seine Krebserkrankung zitiert. Das Interview war am Montag im "Berliner Kurier", im Kölner "Express" und in der "Hamburger Morgenpost" erschienen.

sha/dapd



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