Gegen Kaution: Iranische WM-Reporterin der Deutschen Welle kommt frei

Sie sollte für die Deutsche Welle über die Frauenfußball-WM bloggen - doch Pegah Ahangari wurde verhaftet und in das berüchtigte Teheraner Evin-Gefängnis gebracht. Nun kommt die Filmemacherin und Schauspielerin gegen Kaution auf freien Fuß.

Iranische Schauspielerin Pegah Ahangarani: Gegen Kaution auf freien Fuß Zur Großansicht
dapd

Iranische Schauspielerin Pegah Ahangarani: Gegen Kaution auf freien Fuß

Teheran - Mit einem illegal produzierten Film erzürnte sie die Konservativen: Die inhaftierte iranische Schauspielerin, Filmemacherin und Reporterin Pegah Ahangarani, die ursprünglich für die Deutsche Welle von der Frauen-Fußball-WM in Deutschland berichten sollte, soll gegen Kaution freikommen. Ahangarani werde "heute oder morgen" freigelassen, zitierte die amtliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Montag einen Justizsprecher in Teheran. Die Vorermittlungen gegen sie seien abgeschlossen.

Ahangarani war am 10. Juli festgenommen worden, wie die iranische Justiz eine Woche später bestätigte. Sie wurde in das berüchtigte Evin-Gefängnis gebracht, in dem das Regime politische Gegner festhält. Bereits zuvor war sie daran gehindert worden, nach Deutschland zu reisen, um dort in einem Internetblog für die Deutsche Welle von der Fußballweltmeisterschaft der Frauen zu berichten.

Der Filmemacherin und Schauspielerin wurde seitens der Justiz unterstellt, mit einem illegal produzierten Film über Islamisten in Iran Propaganda gegen das Establishment betrieben zu haben. Der Film soll bereits auf persischsprachigen Fernsehsendern im Ausland gelaufen sein. Ahangarani gilt als Unterstützerin der Oppositionsbewegung, die sich im Juni 2009 gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad formiert hatte.

Auch die ebenfalls inhaftierte Schauspielerin Marsieh Wafamehr soll nach Abschluss der Vorermittlungen gegen sie nun gegen Kaution freikommen. Marsieh Wafamehr spielt in dem Film "My Tehran for sale" aus dem Jahr 2009 mit, der in konservativen iranischen Kreisen scharf kritisiert worden war. Die iranisch-australische Produktion erzählt die Geschichte einer Schauspielerin in Teheran, deren Theaterarbeit verboten wird und die deswegen ihre Leidenschaft für die Kunst im Geheimen ausleben muss. Der Film darf in Iran laut der Nachrichtenagentur Fars nicht gezeigt werden, wird aber heimlich im Land verbreitet.

fdi/AFP/dpa

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